Kölliken
Düstere Aussichten: Hohe Schulden, grosse Investitionen und Steuererhöhung

Die nächsten fünf Jahre sehen für die Gemeinde aus finanzieller Sicht nicht rosig aus. Rund 23 Millionen sollen in dieser Zeit investiert werden. Mit eigenen Mitteln kann wenig finanziert werden.

Christine Fürst
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Auf Kölliken kommen grosse finanzielle Herausforderungen zu.

Auf Kölliken kommen grosse finanzielle Herausforderungen zu.

lbr

In Kölliken ist zu wenig Geld in der Kasse. Dies zeigt vor allem der Selbstfinanzierungsgrad, der bei rund 10 Prozent liegt. Dieser Wert zeigt an, welcher Anteil der Nettoinvestitionen aus eigenen Mitteln finanziert werden kann.

«Der Anteil sollte nicht unter 50 Prozent betragen», steht in der Botschaft für die Gemeindeversammlung. Liegt der Prozentsatz unter 50 Prozent, bedeutet das eine hohe Zunahme der Schulden. Die Nettoschuld pro Einwohner wird sich in den nächsten Jahren aufgrund der tiefen Selbstfinanzierung auf 3500 Franken erhöhen, davon geht der Gemeinderat aus. Damit wird die Grenze von 2500 Franken, die als tragbare Schuld gilt, deutlich überschritten.

Schulden werden steigen

In Kölliken sind im kommenden Jahr rund 4,5 Millionen Nettoinvestitionen geplant. 460 000 Franken kann die Gemeinde selber finanzieren. Der grösste Teil dieser Investitionen wird für den Neubau des Schulhauses ausgegeben, das anstelle des Fama-Gebäudes entstehen wird. Die Schulden werden um rund vier Millionen Franken zunehmen.

Laut dem Investitionsprogramm für die Jahre 2014 bis 2019 erwartet der Gemeinderat Investitionen von 22,7 Millionen Franken. Das bedeute, dass die Neuverschuldung um rund 15 Millionen zunehmen wird und die Investitionen nur zu einem bescheidenen Teil finanziert werden können. Diese Investitionen seien nur zulasten der aktuell vorhandenen Reserven finanzierbar, der Zinsaufwand werde sich verdoppeln.

Höherer Steuerfuss in Sicht

«Um eine mittel- und längerfristig vertretbare Selbstfinanzierung von über 50 Prozent zu erzielen, ist ohne andere Massnahmen ein Steuerfuss von rund 125 Prozent erforderlich», schreibt der Gemeinderat. Durch die Verschiebung, den Verzicht oder die Anpassung von Investitionen könnten die Eigenfinanzierung und die Schuldenentwicklung verbessert werden. «Werden alle Investitionen wie geplant durchgeführt, wird eine Steuerfusserhöhung unumgänglich sein», steht in der Botschaft zur Gemeindeversammlung. Doch noch bleibt der Steuerfuss unangetastet. Im Budget 2014 wird von einem Steuerfuss von 117 Prozent ausgegangen, wie in den Vorjahren.

Beitrag aus Finanzausgleich

Das operative Ergebnis 2014 beträgt minus 152 550 Franken. Das Gesamtergebnis liegt aber im positiven Bereich (rund 458 000 Franken) aufgrund des hohen ausserordentlichen Ergebnisses. Dieses kommt im neuen Rechnungsmodell zustande, da die rückwirkenden Abschreibungen der letzten 20 Jahre im betrieblichen Ergebnis ausgewiesen werden müssen, jedoch bereits nach dem alten Rechnungsmodell realisiert wurden.

Dadurch, dass die Gemeinden keinen Beitrag mehr an die Finanzierung der Spitäler leisten müssen, wird die Gemeinde um rund 540 000 Franken entlastet. Weil aber gleichzeitig der Gemeindeanteil an die Lehrerbesoldung gestiegen ist, resultiert daraus eine Mehrbelastung von rund 420 000 Franken.

Um diese Mehrbelastung aufzufangen, wurde ein Ausgleichsgesetz Spitalfinanzierung geschaffen. Deswegen erhält die Gemeinde ausserordentliche Beiträge aus dem Finanzausgleich. Für das Jahr 2014 beträgt dieser 787 000 Franken. Später geht die Gemeinde laut dem Leiter Finanzen, Michael Schleuniger, von einem ordentlichen Beitrag aus dem Finanzausgleich aus. Im Jahr 2019 werde mit einem Beitrag von einer Million gerechnet.