Schöftland
Durch die Linse sieht die Babyfotografin Freude und Traurigkeit

Als Babyfotografin erlebt Laura Kissling viele schöne Momente, aber auch solche, die sie an ihre Grenzen bringen. Sie arbeitet Teilzeit selbstständig als Fotografin und daneben noch für das Projekt Herzensbilder.

Christine Fürst
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Als selbstständige Fotografin macht Laura Kissling unter dem Namen «Little Dreams» Bilder wie mit diesem Neugeborenen
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Als selbstständige Fotografin macht Laura Kissling unter dem Namen «Little Dreams» Bilder wie mit diesem Neugeborenen
Als selbstständige Fotografin macht Laura Kissling unter dem Namen «Little Dreams» Bilder wie mit diesem Neugeborenen
Laura Kissling arbeitet als Neugeborenen- und Babyfotografin und zudem für das Projekt Herzensbilder
Mit einem Herzensbild werden Details für immer festgehalten

Als selbstständige Fotografin macht Laura Kissling unter dem Namen «Little Dreams» Bilder wie mit diesem Neugeborenen

Laura Kissling

Es ist ein Shooting für die Ewigkeit, eines, das auch Fotografin Laura Kissling aus Schöftland nie vergessen wird. Die Fotografin ist auf der Intensivstation in einem Spital und hält mit ihrer Kamera Momente und Emotionen fest.

Die Bilder sollen das nur wenige Stunden alte Mädchen zusammen mit der Familie festhalten. Wegen Komplikationen bei der Geburt standen die Überlebenschancen des Mädchens sehr schlecht. Zwei Wochen später hört ihr Herzchen auf zu schlagen.

Fotografin Laura Kissling

Fotografin Laura Kissling

AZ

Dieser Einsatz war für Laura Kissling aus Schöftland der erste für das Projekt Herzensbilder.

Die Fotografen sind sogenannte Fotoengel, die ehrenamtlich arbeiten und Familien von schwer kranken, behinderten oder viel zu früh geborenen Kindern kostenlos ein Fotoshooting schenken.

Erst zu Hause, beim Bearbeiten der Fotos, kämen die Emotionen hoch. «Beim Einsatz funktioniert man einfach, aber zu Hause kann es sein, dass vor dem Bildschirm die Tränen fliessen», sagt die 32-Jährige.

Projekt Herzensbilder

Die Gründerin von «Herzensbilder», Kerstin Birkeland, wurde 2013 zur Heldin des Alltags gekürt. Sie hat das Projekt Herzensbilder nach dem Tod ihres Sohnes ins Leben gerufen. Damals hatte sie gemerkt, dass neben den vielen Fotos fast keine Familienfotos zusammen mit ihrem kranken Sohn existierten. Weil sie weiss, wie wichtig diese Fotos sind, hat sie das Projekt ins Leben gerufen. Innerhalb der ersten 24 Stunden haben sich über 70 Fotografen gemeldet, die bereit sind, ehrenamtlich ein Foto-Shooting durchzuführen. (cfü)

Einsätze brauchen viel Kraft

Den Boden unter den Füssen weggezogen habe ihr das Schicksal eines kleinen Jungen. Er kam viel zu früh mit einer Lungenkrankheit zur Welt. Er kämpfte und es ging ihm immer besser. «Das Shooting war sehr schön», sagt Laura Kissling heute.

Mit vielen positiven Erinnerungen bearbeitete sie zu Hause die Bilder. Zwei Monate später erreichte sie die traurige Nachricht, dass der kleine Junge den Kampf verloren hatte. «Ich bin davon ausgegangen, dass ich ihn wiedersehe», sagt sie mit traurigen Augen.

«Es braucht schon Überwindung, an solche Einsätze zu gehen», sagt sie. Doch sie hat bewusst nach einem solchen Projekt in der Schweiz gesucht.

Sie kannte bereits die amerikanische Version, genannt «now i lay me down to sleep». «Die Idee überzeugt mich einfach und berührt tausende von Menschen in der ganzen Schweiz», sagt Laura Kissling.

Gibt es irgendwo einen Einsatz, verschickt die Gründerin von «Herzensbilder», Kerstin Birkeland, die Anfrage an die Fotoengel.

Laura Kissling war nun bei vier Einsätzen, bei Kindern, die viel zu früh gestorben und nun sogenannte Sternenkinder sind. «Die Eltern sind für die Bilder jeweils sehr dankbar», sagt Kissling.

Kleines Studio in der Wohnung

Die Fotografin aus Schöftland, die vor acht Jahren ihre erste Spiegelreflexkamera gekauft hat, ist nun seit zwei Jahren auch professionelle Neugeborenen- und Baby-Fotografin. Ihr Unternehmen heisst «Little Dreams».

Sie arbeitet in einem Teilzeitpensum im Online-Marketing, ihre restliche Zeit braucht sie für die Fotografie.

Die Grundlagen dieser speziellen Fotografie hat sie in Kursen erlernt, auch in Amerika und England. «Viel ist jedoch learning by doing», sagt sie. Laura Kissling fotografiert nicht nur Neugeborene, sondern auch schwangere Frauen und Babys.

In ihrer Wohnung hat sie ein kleines Studio mit diversen Accessoires wie geflochtenen Körben, kleinen Kinderwägen oder Decken für das perfekte Shooting aufgebaut. «Am besten ist es, wenn das Baby frisch gefüttert und schläfrig ist», sagt sie.

Im Zimmer soll es wohlig warm sein, dafür heizt sie den Raum auf rund 28 Grad. Ein Shooting kann dann auch schnell vier Stunden dauern.

Denn ein kleines Missgeschick passiere immer wieder. «Das muss man mit Humor nehmen und man muss daran denken, dass man eine Waschmaschine hat», sagt sie mit einem Augenzwinkern.

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