Menziken

Duell Jung gegen Alt in Menziken

Die Menziker Gemeinderatskandidaten Ralf Weber (links) und Andreas Mäder.

Die Menziker Gemeinderatskandidaten Ralf Weber (links) und Andreas Mäder.

Für die Menziker Gemeinderatwahl kommt es zur Kampfwahl: Andreas Mäder (60, SVP) tritt gegen Ralf Weber (26, FDP) an.

Bei der Gemeinderatswahl in Menziken hat der alleinige offizielle Kandidat, der Freisinnige Ralf Weber (26), im ersten Wahlgang nicht überzeugt. Er hat das absolute Mehr um 5 Stimmen verfehlt. Sein Name hatte unter den Stimmbürgern offensichtlich polarisiert – die alteingesessene Familie Weber ist nicht bei allen beliebt. Die SVP ergreift nun die Chance, der FDP einen Sitz abzujagen.

Gestern Mittag lief die Anmeldefrist für den zweiten Wahlgang am 12. Februar 2017 ab. Jetzt steht definitiv fest: Es kommt zum Duell zwischen SVP und FDP – ohne dass Dritte dabei wären. Die Volkspartei hat an einer ausserordentlichen Generalversammlung diese Woche den eben erst wieder in die Gemeinde zurückgezogene Andreas Mäder (60) nominiert (az vom 9. 12.). Die FDP ihrerseits hält an Ralf Weber fest. Weitere Kandidaturen gingen keine ein, wie die Gemeindeverwaltung bestätigt.

Kein Unbekannter im Dorf

Andreas oder Res Mäder, wie ihn hier alle nennen, ist kein Unbekannter im Dorf, auch wenn der ehemalige «Homberg»-Wirt erst Mitte Oktober wieder nach Menziken zurückgezogen ist. Das zeigt auch das Resultat aus dem ersten Wahlgang: Er hatte 27 Stimmen erhalten, ohne zu kandidieren.

Bevor die Mäders den «Homberg» übernahmen und nach Reinach zogen, führten sie 1977 bis 1988 den Menziker Trolerhof, Restaurant inklusive Bauernbetrieb. Auch sonst war Mäder in der Gemeinde aktiv – etwa in der Feuerwehr. Kaum zurück, hatte er sich auch an der Informationsveranstaltung für das Dorffest zum «Tour-de-Suisse»-Etappenstart am 12. Juni 2017 nicht versteckt, sondern spontan den Bereich Gastronomie im OK übernommen.

Unterdessen war Mäder im Dorf verschiedentlich auf eine mögliche Kandidatur angesprochen worden. Das habe ihn schliesslich dazu bewogen, sich zur Verfügung zu stellen, sagt er. Er habe ja jetzt Zeit, da er frühzeitig «in den Unruhestand» getreten sei. Zwar führe er noch ein Catering-Unternehmen, aber das lasse sich sicher mit dem Amt vereinbaren. «Wenn das Volk das will, will ich es auch.» Nein, genötigt habe er sich nicht gefühlt. Das Amt würde schon zu ihm passen, er sei immer einer gewesen, der «etwas auf die Beine gestellt hat» und ausserdem engagiere er sich gerne an dem Ort, an dem er lebe, für die Allgemeinheit.

Mehr Unterstützung für Weber?

Ralf Weber hatte bereits nach dem ersten Wahlgang verkündet, er lasse sich jetzt nicht entmutigen und trete noch einmal an. Auch er sieht im freiwerdenden Sitz die Chance, im Dorf, das sein Seimatort ist, etwas zu bewirken. «Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, unsere Gemeinde stark zu machen», hatte er vor dem ersten Wahlgang gesagt. Vor allem die Jungen will er für die Politik motivieren und an die Urne locken. Ob ihm das beim zweiten Wahlgang besser gelingt, wird sich weisen. Die FDP hatte jedenfalls angekündigt, im zweiten Durchgang mehr Wahlkampf zu betreiben.

Das ist ein Versprechen: Die Menziker Dorfpolitik ist so spannend wie lange nicht mehr. Im Februar kommt es zu einem heissen Fight zwischen Jung und Alt. Zwischen einem Kandidaten, der bestens verankert ist und einem Newcomer, der es im Dorf zu etwas bringen möchte – auch auf dem politischen Parkett. Diese Ausgangslage müsste für eine hohe Stimmbeteiligung sorgen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1