Region Zofingen

Duales System hat sich für die Region bewährt

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Für die Zofinger Stadträtin Christiane Guyer brächte eine Einheitspolizei eher Nachteile als Vorteile. Es gäbe keinen Grund, das aktuelle Modell infrage zu stellen.

«Die duale Polizeiorganisation funktioniert gut», steht in einem Bericht des Luzerner Instituts Interface (Informationen in der Box). Dieses hatte letztes Jahr im Auftrag des Regierungsrats die Polizeiorganisation durchleuchtet und die Zufriedenheit der Bevölkerung ausgelotet. Auch hier gab es gute Noten.

Dennoch wurden im Umfeld einer Feier zu 10 Jahren duale Polizeiorganisation kritische Stimmen laut (az vom 16. und 17. Oktober). Insbesondere die SVP fordert eine Abkehr vom dualen System und die Einheitspolizei.

Lokale Verankerung als Vorteil

Mit dem Aussenposten Schöftland sorge man dafür, dass die Regionalpolizei auch im Suhrental als bürgernah wahrgenommen wird. Dies sagt die Zofinger Stadträtin Christiane Guyer als politische Verantwortliche für die Regionalpolizei. Sie sieht keinen Grund, das aktuelle Modell infrage zu stellen. Es gebe grundsätzlich drei Möglichkeiten der Polizeiorganisation. Neben der Einheitspolizei und dem dualen System, eine mit territorialer Abgrenzung. «Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile.»

Ein grosses Plus der Regionalpolizei sei ihre lokale Verankerung. «Wir kennen die Brennpunkte und wir können flexibel auf die spezifischen Sicherheitsbedürfnisse der einzelnen Gemeinden eingehen und die Polizeikräfte bedarfsgerecht einsetzen.»

Den ständigen Kontakt zu den Behörden der 23 Vertragsgemeinden stelle man sicher, indem man für jede Gemeinde eine zuständige Polizistin, einen zuständigen Polizisten bezeichnet hat. «Wir sind auch in der Peripherie nahe bei den Leuten.»

Über die Aktivitäten der Regionalpolizei werden die Gemeindebehörden mit einem Bulletin informiert. Gibt es einen Ereignisfall, bekommt die betroffene Gemeinde spätestens am nächsten Werktag eine Mitteilung. Hinzu kommen regelmässige persönliche Absprachen.

Wie beurteilt Stadträtin Christiane Guyer die Kostenseite der dualen Organisation? «Welcher Dienst, der an den Kanton übergegangen ist, wurde kostengünstiger?» Vor Ort wisse man besser, wo und wie optimiert werden kann. Es habe sich gezeigt, dass das Zofinger Korps eine ideale Grösse aufweist, um sich effizient zu organisieren. «In den letzten Jahren ist es uns gelungen, die Vollkosten pro Polizeistelle zu reduzieren.»

Gute Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei funktioniere gut, was Guyer unter anderem auch auf den gemeinsamen Posten im Bezirksgebäude zurückführt. «Beide Polizeien wissen, was sie zu tun haben und helfen einander aus.» Die Aufgabenteilung vergleicht Guyer mit jener der Gesundheitsversorgung. «Der Regionalpolizist ist Grundversorger, Hausarzt, der Kantonspolizist Spezialist.»

Würde der Kanton die Aufgabe der lokalen Sicherheit übernehmen, hätten die Gemeinden nicht mehr viel zu sagen. Ob die heutige Patrouillen-Dichte aufrechterhalten werden könnte, bezweifelt Stadträtin Guyer. «Kommt man zum Schluss, eine Polizei genüge, muss man sich auch die Frage stellen, ob nicht eine Gemeinde genügt.» (bkr)

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