Kölliken

Drei verletzte Kinder: Unfälle wühlen Dorf auf – Eltern fordern Massnahmen

Zu den kritischsten Fussgängerstreifen gehören jene bei den Ausfahrten des «Sonnenkreisels». fdu

Zu den kritischsten Fussgängerstreifen gehören jene bei den Ausfahrten des «Sonnenkreisels». fdu

Nach zwei Verkehrsunfällen innert zweier Monate, die drei verletzte Kinder forderten, schlagen Eltern in Kölliken Alarm. Sie fordern vom Gemeinderat Massnahmen, um die kritischen Fussgängerüberquerungen – vor allem für Kinder – sicherer zu machen.

«Man müsste die Fussgängerstreifen nahe den Kreiselausfahrten besser signalisieren oder sie versetzen», sagte die zweifache Mutter Barbara Gjata am Mittwoch gegenüber Tele M1. Am 8. Januar fuhr ein Pick-up-Fahrer beim Fussgängerstreifen in der Richtergasse einen 12-jährigen Buben auf seinem Fahrrad an, der durch den Aufprall in einen 7-Jährigen geschleudert wurde, der die Strasse gerade zu Fuss überquerte (die AZ berichtete). Beide mussten ins Spital gebracht werden. Der Fahrer, der nach der Kollision davonbrauste, ist inzwischen gefasst. Er wird sich wegen fahrlässiger Körperverletzung und Fahrerflucht verantworten müssen.

Bereits drei Kinder in Kölliken angefahren

Bereits drei Kinder in Kölliken angefahren

Alle Unfälle passierten an Zebrastreifen. Die Eltern der Kinder fordern jetzt, dass etwas an diesen Stellen gemacht wird, da sie einfach zu unsicher seien.

Gemeinderat berät Situation

Immer wieder im Brennpunkt stehen die Fussgängerstreifen beim «Sonnenkreisel». Sie liegen wegen der nahen Primar- und Oberstufenschulhäusern auf dem Schulweg vieler Kinder und Jugendlicher. «Die Autos fahren aus dem Kreisel oft mit hohem Tempo heraus», kritisiert Barbara Gjata. Doch der «Sonnenkreisel» ist nicht der einzige Gefahrenpunkt für Fussgänger. Das 9-jährige Mädchen, das am 30. November 2018 angefahren wurde, war dabei, die «Bären-Kreuzung» (Hauptstrasse/Schönenwerdstrasse) zu überqueren. Es musste ebenfalls ins Spital.

Die Verkehrssicherheit wird auch in einem Brief von der Kölliker Schulleitung an die Eltern der Schüler angesprochen. Er wurde nicht nur wegen der beiden Unfälle verschickt, sondern auch als Reaktion auf die Meldung einer 13-jährigen Schülerin, die sagte, eine Frau hätte sie ins Auto locken wollen (AZ vom 17. 1.). Im Brief wird daran erinnert, wie sich Kinder vor Gefahren des Strassenverkehrs schützen können.

Der Kölliker Ammann Mario Schegner bestätigt, dass sich zahlreiche Eltern mit Forderungen nach mehr Sicherheit an den Gemeinderat gewandt haben. «Die problematische Situation ist uns bekannt», sagt er, «wir werden uns in der Gemeinderatssitzung nächsten Montag eine Gesamtübersicht über die Situation machen und über mögliche Lösungen diskutieren.» Von den Eltern vorgeschlagen würden etwa eine bessere Signalisation, eine Beleuchtung des Fussgängerstreifens oder die Einführung eines Lotsendienstes. «Wir können im Moment aber noch auf keine der Forderungen antworten, da wir nichts überstürzen wollen», so Schegner. Nach der Sitzung am Montag werde der Gemeinderat am Dienstag über die weiteren Schritte informieren. Die Hauptstrasse ist eine Kantonsstrasse, weshalb auch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt eingebunden sein wird. Kai Schnetzer von der Sektion Verkehrssicherheit sagt, sobald Kölliken auf den Kanton zukäme, würde man gemeinsam über Möglichkeiten diskutieren.

Aktuelle Polizeibilder:

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