Während andere Gemeinden vakante Schulpflegesitze nur mit Müh und Not besetzen können, kommt es um die drei verwaisten Stühle am Kölliker Schulpflege-Sitzungstisch zu Kampfwahlen. Zur Verfügung stellen sich die 46-jährige Sportartikelverkäuferin und Hausfrau Ursula Hassel, der 38-jährige Produktmanager und Fachkurslehrer Sandro Natuzzi, die 35-jährige Arztsekretärin und Pädagogin in Ausbildung Birgit Wenger Schwager sowie der 30-jährige Projektleiter Marc Zubler.

Hassel ist Mutter von drei Kindern, von denen zwei in Kölliken zur Schule gehen. Natuzzis Sohn ist dreieinhalbjährig, Zublers Söhne ein und drei Jahre alt. Wengers zwei Kinder gehen in Kölliken zur Schule.

Weshalb eine Kandidatur?

Weshalb stellen sich die vier für die Schulpflege zur Verfügung? Birgit Wenger Schwager: «Ich möchte im angestrebten Amt dazu beitragen, dass der Rahmen und die Umstände, in denen diese Leistungen erbracht werden sollen, für unseren Nachwuchs so ideal wie möglich gestaltet sind, und dass auch Rahmenangebote wie Mittagstisch und Hausaufgabenhilfe weiter ausgebaut werden können.»

Das sagen die Kandidatinnen und Kandidaten

Aktuell engagiert sich Wenger mit Freiwilligenarbeit für verschiedene Institutionen rund um die Eingliederung und Zusatzversorgung von Flüchtlingen.

Marc Zubler: «Da ich selber Kinder habe, die in der Zukunft auch die Schule in Kölliken besuchen werden, bin ich daran interessiert, meinen Teil beizutragen.» In seiner Freizeit steht Zubler mit Leidenschaft am Grill. «Ich nehme regelmässig an Wettkämpfen teil und wurde 2014 Schweizer Meister bei den BBQ Single Masters.» Bei der Swiss Barbecue Association ist er Revisor.

Sandro Natuzzi: «Ich möchte mich in Kölliken engagieren und wurde durch einen Nachbarn und die gute Informationsbroschüre auf das Amt ‹gluschtig›.» Aktuell ist er in keinem Verein oder einem Gremium tätig «und könnte meine freie Zeit für die Schulpflege einsetzen». Hobbys sind Sport und Fitness, Informatik und ab und zu Jassen.

Ursula Hassel ist in Kölliken aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach ihrer Ausbildung hat sie in verschiedenen Orten in der Schweiz gewohnt und einige Zeit in Deutschland. «Dadurch und auch durch meine Kinder habe ich Eindrücke in verschiedene Schulsysteme erhalten. Ich denke, ich kann wertvolle Gedankenanstösse und Beiträge in der Schulpflege einbringen.» Seit zehn Jahren engagiert sich Hassel als Leiterin in der Adonia Family und ist in Junior Musical Camps aktiv. Als Hobbys nennt Hassel Musik, Sport, Natur und Familie.

Wo politisch beheimatet?

Alle vier Kandidierende sind parteilos. Wo würden sie sich politisch verorten? Dazu Natuzzi: «Parteilos bin ich, weil ich mich für keine Partei oder Seite entscheiden will. Für mich ist die Sache wichtig. Ich entscheide gerne der Situation entsprechend und nicht im Sinne einer Partei». Zubler sagt: «Meine politische Gesinnung ist bürgerlich, wirtschafts- und gesellschaftsliberal.»

Für Wenger Schwager gibt es kein Links oder Rechts. «Ich beurteile Menschen nach ihrem Verhalten und ihrem Charakter, nicht aber nach Ethnie, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit. Unter anderem deshalb bin ich parteilos und möchte dies auch bleiben.» «Ich bin parteilos und das ist gut so, um so neutral wie möglich diese Position zu vertreten», sagt Hassel.