Hirschthal
Drei KMUs können aufatmen: Die Neumatte wird eingezont

Pfiffner, Jungheinrich und Meier Gartenbau führen ihre Ausbaupläne in der Neumatte nach der Einzonung nun weiter. Gemeindeammann Peter Stadler tritt 2021 zurück.

Peter Weingartner
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Diese Wiese im Gebiet «Neumatte» wird eingezont.

Diese Wiese im Gebiet «Neumatte» wird eingezont.

CH Media

Was für ein Vertrauensvotum: Die Gemeindeversammlung Hirschthal – von 1164 Stimmberechtigten waren 75 anwesend – sagte Ja zu allen Geschäften, diskussionslos und einstimmig. Das bringt die Expansionsbedürfnisse der Unternehmen Pfiffner Messwandler AG, Jungheinrich AG und A. Meier Gartenbau der Realisierung einen guten Schritt näher. «Im April, Mai 2021 sollten keine Referenden und Rekurse ergriffen werden, dürfte der Regierungsrat die neue Nutzungsplanung genehmigen», sagte Markus Goldenberger, im Gemeinderat für die Raumplanung zuständig. Und diese Nutzungsplanung beinhaltet die Umzonung von 2,48 Hektaren von der Landwirtschafts- in die Gewerbezone.

Diese massive Erweiterung der Gewerbezone westlich der Suhre bis zur Suhrentalstrasse war nicht ohne kompensatorische Auszonungen zu haben. Den grössten Teil steuern zwei Grundbesitzer bei – entschädigungslos. «Wir sind sehr dankbar; andere Gemeinden werfen Millionenbeträge auf, um zurückzonen zu können», sagte Gemeindeammann Peter Stadler. Im September genehmigte der Grosse Rat die Umzonung mit 127 gegen 26 Stimmen. Widerstand kündigten Pro Natura und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz an, doch auf die Auflage der Nutzungsplanung gingen dann keine Einwendungen ein.

Die drei Unternehmen haben konkrete Projekte; sollte aber innert acht Jahren noch nichts stehen, fällt das Land wieder in die Landwirtschaftszone. Umzonungen von der Landwirtschaftszone in eine Speziallandwirtschaftszone (Gewächshäuser, Pflanzenkulturen) erwuchs kein Widerstand. Die Versammlung sagte auch Ja zur neuen Bau- und Nutzungsordnung, jenem Teil der Nutzungsplanung, der konkrete Bestimmung für das Bauen enthält. So wird im Sinne des nationalen Raumplanungsgesetzes auf verdichtetes Bauen gesetzt. Das heisst: Die Ausnützungsziffern werden erhöht. Mit einer minimalen Ausnützungsziffer soll eine Unternutzung vorhandenen Baulandes verhindert werden.

Das neue Baugebührenreglement wurde ebenso bewilligt wie die neuen Satzungen des Abwasserverbands Region Schöftland. Die Neuerung da: Wer sauberes Wasser in die ARA leitet, muss mehr bezahlen.

Ebenfalls unbestritten waren zwei Kredite: 300'000 Franken für Umbauarbeiten im Gemeindehaus, die die engen Platzverhältnisse in der Ver waltung entschärfen, 312'000 Franken für die Erweiterung des Wassernetzes Rebhalde. Da geht es darum, aus einer Stumpenleitung mit stehendem Wasser, was die Qualität des Trinkwassers beeinträchtigen kann, eine Ringleitung zu machen.

Einzige Gemeinde im Tal, die Finanzausgleich zahlt

Schliesslich genehmigte die Versammlung das Budget 2021 mit unverändertem Steuerfuss von 105 Prozent. «Als einzige Gemeinde zwischen Seetal und Wiggertal bezahlen wir Finanzausgleich an den Kanton, über 200'000 Franken», sagte Peter Stadler, der am Ende der Versammlung ankündigte, nach 28 Jahren im Gemeinderat, 24 davon als Ammann, 2021 nicht mehr anzutreten.