Oberkulm/Unterkulm/Teufenthal
Drei Gemeinden bündeln ihre Ressourcen für die Suchtprävention

Die Präventionskommission will erreichen, dass in den Gemeinden Suchtprobleme früh erkennt werden. Damit sind sie von den ersten in der Schweiz, die Eltern, Behörden und Fachleute an einen Tisch bringen.

Alice Hell
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Mitglieder der Präventionskommission, von links: Vanessa Soland, Fiorenco Castelli, Alois Zwissig, Heidi Bolliger, Peter Müller, Manuela Basso (Kommissionspräsidentin), und Verena Brändli. Es fehlt Roland Lutz

Mitglieder der Präventionskommission, von links: Vanessa Soland, Fiorenco Castelli, Alois Zwissig, Heidi Bolliger, Peter Müller, Manuela Basso (Kommissionspräsidentin), und Verena Brändli. Es fehlt Roland Lutz

Die Gemeinden Oberkulm, Unterkulm und Teufenthal gründeten vor acht Jahren eine Präventionskommission mit dem Zweck, einen das Suchtverhalten ihrer Jugendlichen zu mindern. Es geht darum Risikofaktoren entgegenzuwirken und Schutzfaktoren zu fördern.

Die Kommission hat die Mappe «Umsetzungshilfe für Veranstaltungen in Oberkulm, Teufenthal und Unterkulm» erarbeitet. Es ist ein Leitfaden, der negative Erscheinungen am Rande von Vereinsfesten auf ein Minimum reduzieren soll. «2007 gab es ein grosses Interesse an der Suchprävention, in der Zwischenzeit ist dies etwas eingeschlafen», sagte Pfarrer Peter Müller, Kommissionsmitglied und reformierter Pfarrer in Unterkulm, an der letzten Kommissionssitzung.

Entwicklungen früh erkennen

Das Bundesamt für Gesundheit hat via Schweizerische Stiftung für Gesundheitsförderung und Prävention die kantonalen Suchtpräventionsstellen beauftragt, mit interessierten Gemeinden ein Konzept zur Frühintervention zu entwickeln. Die Anzahl der Kindesschutzmassnahmen haben stark zugenommen. Problematische Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen werden vom Umfeld oft zu spät wahrgenommen. Und wenn, dann sind viele Erwachsene sind unsicher, wie sie reagieren sollen.

Ziel des nationalen Projekts ist es, Probleme in den Bereichen Sucht, Gewalt und Verwahrlosung früh zu erkennen und darauf zu reagieren. Um dies zu erreichen, sind nebst den Eltern auch die weiteren Bezugspersonen gefordert. Es braucht eine gemeinsame Haltung, Strukturen und definierte Prozesse damit alle am «gleichen Strick ziehen». Eine Steuergruppe wird dies leiten.

Gemeinden gehören zu den Ersten

«Wir gehören zu den ersten Gemeinden, die an diesem von den Kantonsbehörden empfohlenen Projekt teilnehmen», erklärte Kommissionspräsidentin Manuela Basso stolz.

Anfang Mai fand ein Workshop mit den Fachstellen statt. Dabei wurde festgestellt, dass die Vernetzung bereits sehr gut ist, die Qualität aber noch optimiert werden kann. In einem Workshop im Herbst sind Qualität und Datenschutz das Hauptthema. Ziel ist es, den Gemeinden im Frühjahr ein Konzept vorlegen zu können, in welchem Kooperationszweck und Datenschutz verbindlich geklärt sind und die Ansprechpersonen für die Helfer aufgezeigt werden.