Noch bis zum 24. Mai arbeiten die Schülerinnen und Schüler der Schule Oberkulm jeden Morgen auf dem Pausenplatz an grossen Tierskulpturen aus Lehm. Insgesamt haben sie für ihre Vorhaben rund sieben Tonnen Lehm zur Verfügung.

Zu verdanken haben sie es den Keller Ziegeleien in Frick, die das Material gesponsert haben. Entstanden ist das Projekt auf Initiative der Künstler Tina Z’Rotz und Markus Schwander. «Unsere Idee für dieses Projekt haben wir bei einem Wettbewerb des Kantons eingegeben», sagt Tina Z’Rotz. Mit diesem sucht der Kanton nach besonders kreativen Ideen, um den Kindern Kultur näher zu bringen. «Etwas, das über einen gewöhnlichen Museumsbesuch hinausgeht», wie es Z’Rotz formuliert. Ihren eigenen Vorschlag haben sie «Versammlung der Tiere» genannt, eben, weil die Kinder auf engem Raum verschiedene Tiere erschaffen und so eine Versammlung kreiern. Die Idee hat es in die engere Auswahl geschafft. Tina Z’Rotz und Markus Schwander bekamen so Gelegenheit, ihr Projekt interessierten Lehrern aus dem Kanton vorzustellen. Und die Kulturverantwortliche der Schule Oberkulm war «sofort Feuer und Flamme», wie Schulleiter Pierre Meier erzählt.

Seraina (11), Dana (12) und Nick (12) arbeiten an einem vier Meter langen Drachen.

Seraina (11), Dana (12) und Nick (12) arbeiten an einem vier Meter langen Drachen.

So führte das kantonale Projekt «Kunst macht Schule» dazu, dass die Oberkulmer Kinder nun während fast drei Wochen vom Unterricht in Werken und Textiles Werken befreit sind und diese Zeit nutzen, um unter anderem einen Drachen, eine zweiköpfige Katze und eine mannshohe Eule zu modellieren. «Super ist auch, dass dieses Projekt dank Unterstützung durch den Kanton möglich ist. Wir im Tal haben ja nicht so viel Geld.» Insgesamt fördert der Kanton so jährlich Kulturveranstaltungen für 85 000 Schüler.

Eigene Kunstvernissage

Und die Oberkulmer Schüler modellieren nicht nur. Damit der Ton fürs Modellieren geeignet ist, müssen sie erst das Rohmaterial mithilfe der Erwachsenen in einer handbetriebenen Presse weiterverarbeiten. Ausserdem ist viel Zusammenarbeit und Rücksicht gefragt. Denn an den Skulpturen arbeiten abwechslungsweise unterschiedliche Klassen. Den Kindern gefällts: Sie berichten durchs Band, dass ihnen das Gestalten und Dräckele Spass macht. Arbeiten tun sie nach kleinen Modellen, die sie im Vorfeld angefertigt haben. Dabei waren die Kinder ausserordentlich kreativ. So wird die Eule im Bauch eine Höhle haben, in die die Kinder hineinkriechen können. Am 24. Mai werden die kleinen Künstler ihre eigene Kunstvernissage feiern. Ab 14 Uhr präsentieren sie ihre Werke zuerst in der Mehrzweckhalle und anschliessend auf dem Pausenplatz ihren Eltern und der Bevölkerung.