Unterkulm
DJ Hansi musste seinen 1-Franken-Shop dicht machen

Der «Liebesglück im Osten»-Star steht mit seinem 1-Franken-Shop auf der Strasse.

Rahel Plüss
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Die Zeiten des fröhlichen Kunterbunts sind vorbei. Der 1-Franken-Shop von DJ Hansi ist zu.

Die Zeiten des fröhlichen Kunterbunts sind vorbei. Der 1-Franken-Shop von DJ Hansi ist zu.

AZ-Archiv/ZVG

Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, ein neues Lokal zu finden. Jetzt erst recht nicht, nachdem er einmal mehr in der Öffentlichkeit stand. Kürzlich war DJ Hansi nämlich wieder auf 3+ zu sehen. Der Schweizer Privatsender hat die Erfolgssendung «Liebesglück im Osten» ein zweites Mal ausgestrahlt. Dort hat DJ Hansi aus dem Wynental eine tragende Rolle gespielt.

Hans Grau (65) ist nicht nur als DJ bekannt, sondern auch als Betreiber eines 1-Franken-Shops in Unterkulm. Dieser ist jetzt zu, das fröhliche Kunterbunt verschwunden. Der Grund: Das Haus an der Hauptstrasse 40 wird abgebrochen. An seiner Stelle ist eine Wohnüberbauung geplant.

Laden auf Zusehen hin geführt

Überraschend kamen die Abbruchpläne für Hans Grau nicht. «Ich war schon länger informiert», sagt er auf Anfrage. Er habe einfach auf Zusehen hin weitermachen dürfen. «Damit ist jetzt halt Schluss.» Wehmut ist herauszuhören. Er habe es gern gemacht, sagt er. «Reich wird man zwar nicht, aber es war eine interessante und sinnvolle Nebenbeschäftigung.»

Mit dem Laden-Projekt hat Hans Grau gestartet, nachdem man ihm mit 58 Jahren seine Stelle als Aussendienstmitarbeiter kündigte. «Um nicht ins Loch zu fallen», sagt er rückblickend. Anfänglich war das Konzept ein anderes: Der Kunde zahlte, was er für richtig hielt. «Das ging vom wirtschaftlichen Aspekt her gut auf», so Grau. Die Leute hätten oft mehr bezahlt, als er gerechnet hätte. Aber es sei schwierig zu kommunizieren gewesen – zumal er vorwiegend fremdsprachige Kundschaft gehabt habe.

Also entschied er sich, für jeden Gegenstand nur einen Franken zu verlangen. Nicht mehr und nicht weniger. «Die Marge war natürlich gering», so Grau. Aber nach Abzug von Miete und Nebenkosten blieben am Schluss des Monats doch ein paar hundert Franken übrig. Und der Laden war gut besucht. Einerseits waren all diejenigen froh, die nach einer Räumung ihre Sachen nicht kostenpflichtig entsorgen mussten. Andererseits konnten sich Leute mit schmalem Budget für eine Zwanzigernote mit einem halben Hausrat eindecken. «Eine sinnvolle Sache», findet Grau. «Auch aus ökologischer Sicht.» Deshalb würde er auch gerne weitermachen.

Die Suche nach einem geeigneten Lokal war bis anhin erfolglos. Günstig sollte es sein, und trotzdem an guter Lage. Kein einfaches Unterfangen. Die Waren einzulagern, bis eine neue Lösung gefunden ist, kam nicht infrage. Alles musste weg. Was er nicht verkaufen konnte, hat er verschenkt. Den Rest weggeworfen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, wird er von vorne beginnen. «Vielleicht mit einem 2-Franken-Shop.»

Mehrfamilienhaus geplant

Und wann fahren an der Hauptstrasse 40 die Bagger auf? Bei der Bauherrschaft hofft man noch vor oder gleich nach Ostern mit grünem Licht für den Neubau. Das Gesuch ist derzeit beim Kanton hängig. Geplant ist ein Mehrfamilienhaus mit 15 Eigentumswohnungen für ältere Menschen oder Familien.

Übrigens: Bei der TV-Sendung «Liebesglück im Osten» hatte DJ Hansi keinen nachhaltigen Erfolg – zumindest nicht, was seine Beziehungen betrifft. Doch geniesst er die Popularität, die ihm die Sendung eingebracht hat. Vielleicht hilft sie ihm ja auch bei der Suche nach einem neuen Verkaufslokal.