Reinach
Dieses Theater bringt den Sommer zurück

Die einheimische Theatergruppe Tandem spielt im Saalbau eine witzige Komödie, die auf einem Campingplatz spielt: «Camper-Fründe».

Peter Weingartner
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Fredy Gubler und Jolanda Barmettler als Herr und Frau Moser beim Zelten.

Fredy Gubler und Jolanda Barmettler als Herr und Frau Moser beim Zelten.

Peter Weingartner

Das ist ein Bühnenbild: Links und rechts stehen zwei Wohnwagen, in der Mitte ein Zelt, und ganz rechts mühen sich zwei Camping-Neulinge mit dem Aufstellen eines Zeltes ab. Und das auf einem grünen Rasenteppich. Der Dreiakter «Camper-Fründe» von Marcel Schlegel rettet das Sommer-Feeling in den frühen Herbst hinüber.

«Eine Sonnenbrille brauch ich noch», sagt Rolf Hunziker, im Stück Herr Wipf, an einer der letzten Proben vorgestern Abend. Während Regisseurin Astrid Sommerhalder mit den Frauen eine Szene kurz wiederholt, reparieren die Männer die Türen der Wohnwagen, die täuschend echt wirken, zumal sie mit Lämpchen oder Schweizer Fähnchen verziert sind. Und hinter einem Fenster ist eine Packung Chips zu sehen.

Neue Gäste bringen Leben

Die Ferien der alten Campinghasen, dem Ehepaar Stämpfli und dem Ehepaar Gerber, die seit Jahren ihre Stammplätze auf dem Tessiner Campingplatz haben, gehen ihren gewohnten Lauf. Mit der Ankunft der Familie Wipf kommt Leben in den Trott. Vater Wipf hat sich offensichtlich von Frau und Tochter zum Camping-Urlaub überreden lassen und hat nun alle Hände voll zu tun, seine beiden Frauen, vorab die knusprige Tochter Gina, von Luca, dem Mann für alles auf dem Campingplatz, fernzuhalten.

Ebenfalls neu sind die Mosers. Bis die ihr Zelt aufgestellt haben! «Das geht unter Peitschen und Sklaverei», sagt Armin Stämpfli, und sogar die Missachtung der Menschenrechte wird moniert, angesichts der Art und Weise, wie Frau Moser Ingo, ihren Gemahl, tyrannisiert. Das weckt bei den Männern Solidaritätsgefühle, derweil die Frauen nach Luino an den Markt pilgern. Ingo bekommt einen Ämtliplan, doch für etwas, das mit S beginnt und X aufhört, hat seine Frau kein Musikgehör: Spitex, Solex? «Hörig wie ein Pudeli im Frottee-Mänteli», so Stämpfli, sei er ihr. Und dann ist noch diese Geschichte mit Luca und Gina. Eine überraschende Fügung macht Papa Wipf schliesslich gefügig. Und der trottelige Ingo ist für eine dicke Überraschung gut.

Spieler sind Campingpraktiker

Die Spielfreude der Reinacher Theaterleute ist spürbar, und es erstaunt nicht, dass sie sich in den Camping-Kulissen wohlfühlen: Die meisten von ihnen sind Campingpraktiker. Das Stück bietet ihnen Gelegenheit, ihre komödiantischen Talente zum Erblühen zu bringen. «Ich muss aufpassen, dass es mir nicht bleibt», sagt Fredy Gubler, der den Pantoffelhelden Ingo Moser spielt. Guten Mutes ist Regisseurin Astrid Sommerhalder: «Es kommt gut.»

Aufführungen: Freitag, 11., Samstag, 12., Freitag, 18. und Samstag, 19. September, jeweils 20 Uhr im Saalbau Reinach. Vorverkauf: Telefon 062 772 06 06, Peters Gewürzsack, Reinach.

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