Holziken
Dieses Paar lebt mit 200 Pflanzen: «Im Winter ist es etwas eng in der Wohnung»

Rolf Vetterli züchtet exotische Pflanzen in seiner Wohnung. Seit Kindesbeinen ist er ein Palmenfan und besetzt mit verschiedenen Arten, in allen Grössen und Formen jeden freien Platz in der Wohnung.

Ann-Kathrin Amstutz
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Rolf und Doris Vetterli haben rund 200 exotische Pflanzen zu Hause. Die meisten hat er selbst aufgezogen; jede Pflanze braucht eine individuelle Betreuung.

Rolf und Doris Vetterli haben rund 200 exotische Pflanzen zu Hause. Die meisten hat er selbst aufgezogen; jede Pflanze braucht eine individuelle Betreuung.

AKA

Wer die «Palmen-Oase» an der Zweigstrasse 11 in Holziken betritt, wähnt sich in einem tropischen Garten. Palmen verschiedener Arten, in allen Grössen und Formen, besetzen jeden freien Platz in der Wohnung. «Im Winter wird es etwas eng hier drin», sagt Rolf Vetterli. Kein Wunder, bei rund 200 Pflanzen. Obwohl die kälteresistenten auch im Winter auf der Terrasse stehen.

Rolf Vetterli und seine Ehefrau Doris teilen die Liebe zu exotischen Pflanzen. «Wir sind seit Kindesbeinen Palmenfans», sagt sie. Er aber ist derjenige, der die Palmen aus Samen oder Jungpflanzen selbst aufzieht und daraus ein Geschäft aufgebaut hat. Daran ungewöhnlich: Die «Palmen-Oase» ist Zuchtort, Verkaufsstelle und Privatwohnung zugleich.

Die Zucht brauche ein grosses Fachwissen, hält Vetterli fest. «Jede Pflanze muss individuell betreut werden.» Erde, Topf, Dünger, Feuchtigkeit, Licht, Temperatur – all diese Faktoren müssen stimmen, damit die Pflanze gedeihen kann. Und ganz wichtig: «Tropische Pflanzen überleben in der Schweiz nur, wenn sie ganz jung an das kältere Klima gewöhnt werden», so Vetterli. Das bedeutet: Billige Palmen, gezüchtet in Spanien oder Asien und dann in die Schweiz transportiert, haben weniger Überlebenschancen. «Dann wundern sich die Leute, wenn die Palme nach einem halben Jahr eingeht», sagt er kopfschüttelnd.

Weite Reisen zu den Palmen

Es ist Rolf Vetterli ein Anliegen, dass seine Pflanzen nicht dasselbe Schicksal erleiden. «Es tut mir weh, wenn ich sehe, dass Pflanzen aus Nachlässigkeit oder Unwissenheit der Besitzer verdorren und verkümmern.» Deshalb gibt es bei ihm zu jedem gekauften Gewächs eine Beratung, das passende Zubehör und eine Pflegeanleitung. Auch bei Online-Bestellungen. Vetterli geht auf Wunsch sogar zu den Kunden nach Hause, um die Pflanze vor Ort zu betreuen.

«Ich bin ein Naturfreak», sagt er von sich selbst. Früher unternahmen Vetterli und seine Frau weite Reisen, etwa nach Neuseeland, Kalifornien oder in den Oman. «An die Orte, wo Palmen wachsen.» Die Liebe zur Natur trieb die beiden in die Wildnis, weg von den Städten. Heute aber, seit das Paar nach Holziken gezügelt ist und Platz für die Zucht im grösseren Stil hat, liegen lange Reisen nicht mehr drin. «Wer soll dann all die Pflanzen betreuen?», bemerkt Vetterli.

Ausser Palmen gehören auch Yuccas, Agaven, exotische Nadelgehölze und Olivenbäume dazu. Einheimische Pflanzen sucht man hier vergeblich. Mit einer einzigen Ausnahme: Auf der Terrasse steht eine Tanne, mit einer hellen Lichterkette geschmückt. Ein Stück Weihnachtsstimmung inmitten tropischer Atmosphäre.