Peter Steiner

Dieser Aargauer Geschichtsforscher hat seine Neugier auch mit 90 nicht verloren

© Peter Weingartner

Vor 67 Jahren trat Peter Steiner, damals Student, der Historischen Vereinigung Wynental (HVW) bei. Er hat seither den Verein wesentlich geprägt. Seine Produktivität stellt er in Monatsbeiträgen (hvw.ch) bis heute unter Beweis. Im Februar erscheint der nächste.

Im Ratssaal des Gemeindehauses, auch Trauungszimmer, wo vor 47 Jahren Peter Steiner einst seiner Barbara das zivile Ja-Wort gab, überreichte der Vorstand der HVW seinem Ehrenpräsidenten eine Festgabe mit ausgewählten noch nicht gedruckt vorliegenden Monatsbeiträgen aus seiner Feder.

Anerkennung und Dank

Christian Märki, Aktuar und treibende Kraft hinter der Festgabe, sieht diese als «Anerkennung der grossartigen Leistung» von Peter Steiner, des «Tacitus’ von Reinach». Die Broschüre enthält neun Monatsbeiträge. Diese Arbeiten sind jeweils auf der Website der Vereinigung zu lesen. «Wir haben eine möglichst repräsentative Auswahl getroffen», sagte Märki. Die farbig illustrierten Aufsätze befassen sich mit Themen wie der Gesetzgebung in der Zeit der Berner Herrschaft, Bauern und Taunern, einem Mühlestreit, Wynentalern in der Verbannung oder einem Ehevertrag aus dem 17. Jahrhundert. Die 370 HVW-Mitglieder erhalten die Schrift, Auflage 500 Exemplare, die auch eine beeindruckende Bibliografie von Steiners Arbeiten enthält.

Reinacher Geschichte

Peter Steiner war von 1963 bis 2014 Präsident der HVW. Bereits seine Dissertation von 1956 befasste sich mit Reinach. Ihr Titel: Das Gericht Reinach zur Zeit der Berner Herrschaft. 1964 schrieb er im Auftrag der Gemeinde das Buch «Reinach – Geschichte eines Aargauer Dorfes». Dieses Werk konnte er aktualisieren, dank eines Kredits der Gemeindeversammlung 1988 von 140 000 Franken für Honorar und Druckkosten. 1995 kam das Buch heraus. Der aktuelle Präsident der HVW, der Aarauer Stadtarchivar Raoul Richner, bezeichnet es als «enzyklopädische Reinacher Geschichte» und als «Meilenstein».

Nützliche Elektronik

Gemeindeammann Martin Heiz schenkte dem «wandelnden Lexikon» Peter Steiner eine Reinacher Fahne. Reinacher Bürger ist er nicht, da man nur zwei Bürgerorte haben darf. Steiner ist Bürger von Dürrenäsch und Menziken. «Chapeau», sagte Heiz und meint damit die Tatsache, dass Peter Steiner sich im höheren Alter noch mit der Elektronik auseinandergesetzt hat. Dienlich für seine Auswanderergeschichten. So konnte er mit ausgewanderten Schweizern in Amerika kommunizieren, kam auch an Fotomaterial heran. Und erhielt analog Besuch aus Übersee.

Neugier als Triebfeder

«Geschichte war schon in der Schule mein Lieblingsfach», sagt Peter Steiner. Dass er sich beim Studium nicht für die Nationalökonomie, sondern für Geschichte entschied, sei «eine richtige Wahl» gewesen. Als Bezirkslehrer arbeitete er zuerst acht Jahre in Gränichen, ab 1965 bis zur Pensionierung 1989 in Reinach. Neugier ist die Triebfeder des forschenden Historikers, und er dankte seiner Frau fürs Verständnis, wenn er Stunden bei der Verarbeitung von Materialien und in Archiven verbracht hat.

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