Die 1963 vom Aarauer Architekturbüro Geiser & Schmidlin erstellte, schlicht gehaltene und heute noch weitgehend im Original erhaltene römisch-katholische Kirche Kölliken wird erneuert und aufgewertet. In diesen Tagen hat der Gemeinderat die Baubewilligung für den Umbau und die Sanierung der Kirche «Mutter Gottes» an der Kirchgasse 14 erteilt. Speziell: Die Diaspora-Kirche steht nicht in der Zone für öffentliche Bauten, sondern in einer WA2 für Wohnen und Arbeiten.

2014 wurde innerhalb der Kreiskirchgemeinde Aarau eine breite Grundsatzdiskussion darüber geführt, ob die Kirche abgebrochen oder erneuert werden soll. «Wir sind damals zum Schluss gekommen, diese Kirche muss erhalten bleiben», sagt Werner Ryter, Kirchenpfleger und Leiter Bau und Infrastruktur des Pastoralkreises Aarau. «Eine rein ökonomische Betrachtung beim Umgang mit Kirchengebäuden würde zu kurz greifen», stellt Ryter fest.

Die Kirchgemeinde hat denn auch im November 2015 einen Baukredit von 2,1 Millionen Franken für die Erneuerung und Umgestaltung der Kirche genehmigt. Für die Installation einer Photovoltaikanlage (110 Quadratmeter Fläche) auf dem Schrägdach der Südfassade wurden zusätzlich 100 000 Franken bewilligt.

Der beschlossene Umbau ermögliche mehr Nutzungsflexibilität, sagt Ryter. «Die heutigen Kirchenbänke werden durch eine flexible Bestuhlung ersetzt.» Zudem wird die Kirche energetisch saniert. Dazu gehört die Dämmung der Böden und Fassaden. Auch die Fenster, die Haustechnik und die Sanitäranlagen im Untergeschoss werden ersetzt. Das erste Viertel der Kirche wird mit einem Foyer, einer Garderobe, einem behindertengerechten WC und einer Küche umgestaltet. Das Niveau von Saal und Kirche wird angeglichen. Der Glockenturm wird instand gestellt.

Einwendung mit zwei Punkten

Während der Baugesuchsauflage sei eine Einwendung eingegangen, sagt Ryter. «Sie hatte zwei Punkte zum Inhalt: die Photovoltaikanlage auf der Südseite der Kirche und die Erschliessung der Parzelle.» Das Land der Kirche ist erst zur Hälfte überbaut. Der südliche Teil, für welchen die Kreiskirchenpflege noch keine Bauabsichten hat, könne grundsätzlich von Norden her, über den heutigen Parkplatz, erreicht, aber auch von Süden her über die Herrenmattstrasse erschlossen werden. Deshalb habe dieser Einwendungspunkt rasch erledigt werden können.

Hauptstreitpunkt der Einwendung sei die geplante Photovoltaikanlage auf dem Süddach der Kirche gewesen. In der Bauzone WA2 sind Solaranlagen grundsätzlich zugelassen. Zudem sind keine besonderen Schutzvorschriften oder andere Auflagen zu beachten, die der Erstellung einer Solaranlage entgegenstehen würden.

Die Kreiskirchgemeinde Aarau zeigte anhand der Sonnenstände die Blendwirkung auf. Der Winkelbereich zeigte, dass keine relevanten Spiegelungen oder Blendwirkungen bei der Liegenschaft der Einwendenden entstehen. Zudem habe man den Einbau einer Solaranlage vorgängig mit dem kantonalen Denkmalpfleger abgeklärt, der keine Einwände hatte.

Die Baukommission lobt in diesem Zusammenhang das «speditive Bewilligungsverfahren der Gemeinde Kölliken und die vermittelnde Art der Bauverwaltung, welche zu einer einvernehmlichen Lösung führte». Für Ryter geht es bei der Solaranlage darum, dass auch die Kirche ihren Beitrag zur Energiewende leistet.