Für einmal wird ein Hund nicht ins Tierheim gebracht, sondern aus dem Tierheim gestohlen: In der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember hat sich eine unbekannte Täterschaft Zugang zum Tierhöfli Böhler auf der Gemeindegrenze Schöftland-Unterkulm verschafft.

Am Morgen danach haben Angestellte das zerbrochene Fenster entdeckt – und den leeren Zwinger von Hund Mash. «Man muss annehmen, dass es die Täterschaft auf den Hund abgesehen hat», sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau.

Haben die ehemaligen Besitzer zugeschlagen?

Haben die ehemaligen Besitzer zugeschlagen?

Dieses Szenario kann sich der Aargauer Polizeisprecher Berhard Graser vorstellen, wie er im «Tele M1»-Beitrag sagt.

Der oder die Täter seien gezielt eingebrochen, denn kein anderer Zwinger sei aufgebrochen oder sonst etwas entwendet worden. Wegen des aufgebrochenen Fensters ist laut Bernhard Graser ein Sachschaden von rund 2000 Franken entstanden. Der Hund habe laut Anzeige einen Wert von 1500 Franken.

Polizei geht nicht von Zufall aus

Die Kantonspolizei geht nicht von einem Zufall aus und glaubt, dass die Täterschaft gewusst hatte, dass genau dieser Hund im Tierheim auf dem Böhler war. Laut Bernhard Graser wurde der Hund zuvor seinem ehemaligen Besitzer weggenommen und sichergestellt.

Wie der Homepage des Tierhöflis zu entnehmen ist, suchte das Tierheim für Mash einen neuen Besitzer. «Mash ist ein Kampfschmuser der besonderen Art», heisst es da. Und: Mash werde nicht ins Ausland vermittelt. «Weiter müssen Interessenten bereit sein, die nötige Halterbewilligung zu absolvieren.»

Mash ist ein Hund der Rasse American Bully. Damit ist er ein sogenannter Listenhund: In der neuen Verordnung zum Hundegesetz des Kantons Aargau steht diese Rasse auf der Liste von Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotenzial. Besitzer solcher Hunde brauchen eine Halterberechtigung.

Suche auf Facebook

Das Tierhöfli Böhler hat nach dem Einbruch Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Bis jetzt sind bei der Kantonspolizei noch keine Hinweise auf den Verbleib von Kampfschmuser Mash eingegangen. «Ohne weitere Anhaltspunkte gestalten sich die Ermittlungen schwierig», sagt Graser. «Vielleicht ist die Suche nach dem Hund über soziale Medien der erfolgversprechendste Weg.»

Und genau diesen Weg hat das Tierhöfli Böhler nun eingeschlagen. Unter dem Titel «Gestohlen» wird mit Foto und Steckbrief auf Facebook nach dem eineinhalbjährigen Hund gesucht. Die Meldung wurde am Mittwoch auf Facebook veröffentlicht und seitdem oft geteilt. Rund 90 Kommentare sind dazu eingegangen. So fragt sich ein Kommentator, wie ein Hund aus einem Tierheim geklaut werden könne, und eine Kommentatorin schreibt, sie hätte einen Hund wie Mash in Reitnau gesehen.

«Die Diebe haben gezielt nach Mash Ausschau gehalten und ihn gestohlen», schreibt das Tierhöfli. Und: «Mash kann sich überall aufhalten, auch im nahen Ausland.» Gegenüber der Aargauer Zeitung wollte die Tierheimleitung jedoch keine Stellung nehmen.

Das Tierheim wurde in den 80er-Jahren vom Aarauer Unternehmer und heutigen Widenmoos-Besitzer Fredy Bühler ermöglicht. Er baute dafür das Bauernhaus auf dem Böhler um. Seit Juli 2012 gehört es der Hedinger-Knuchel-Stiftung. Die Stiftung aus Biberstein unterstützt finanziell Tierheime in der Region Aargau und Solothurn.