Schöftland
Die Züge drehen ihre Runden auf 440 Meter Schienennetz

Der Verein Modell-Bahn-Suhrental öffnet für einen Tag seine Türen und zeigt seine Anlage, an der die Mitglieder seit bald zwei Jahren arbeiten.

Christine Fürst
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Herbert Mühlethaler (links) und David Müller werkeln an der Modelleisenbahn-Anlage.cfü

Herbert Mühlethaler (links) und David Müller werkeln an der Modelleisenbahn-Anlage.cfü

Christine Fürst

Eine Dampflok pfeift, die Sirene des Feuerwehrautos ertönt, Rauch steigt einem in die Nase. Action ist beim Besuch im Lokal des Vereins Modell-Bahn-Suhrental (MBS) an der Tagesordnung. Die Mitglieder stehen im druckfrischen Vereins-T-Shirt für den Tag der offenen Tür im Raum, basteln, programmieren, plaudern.

Kurt Mühlheim, Mitglied des Vereins, baute für den speziellen Tag eine Anlage zusammen, die komplett manuell gesteuert wird. Signale können freigegeben und Weichen gestellt werden. «Das ist eine Anlage zum Spielen», sagt er und lacht. Seit 45 Jahren baut er Modelleisenbahnen und ganze Landschaften dazu.

Mit viel Liebe zum Detail

Die Liebe zum Detail ist dabei selbstverständlich. Der Zug ist zwar wichtig, aber ohne das kleine Dörfchen rund herum geht es nicht. So funktioniert die Strassenbeleuchtung, der Töfffahrer fährt mit Licht und der Blitz des Fotografen, der eine Hochzeitsgesellschaft fotografiert, funktioniert tatsächlich. Später wird Mühlheim diesen Teil in seine Anlage zu Hause integrieren.

«Modellbähneln war früher ein weitverbreitetes Hobby», wissen Mühlheim und Präsident David Müller. Das Hobby sei vielseitig, beinhalte Schreinerarbeiten, Modellbauten und Elektronik. Die Jungen würden lieber mit Computern arbeiten, wobei auch beim Modelleisenbahnbauen vieles mit Computerarbeit zu tun hat. Denn die grosse Anlage, die beinahe die Hälfte des Raumes ausfüllt, kann nur noch per Computer gesteuert werden. So weiss man, wo welcher Zug steht, welcher Zug fahren darf, welcher nicht. 440 Meter Schienen sind verlegt, die Anlage dehnt sich bereits auf vier Ebenen aus.

Ein zweier Schattenbahnhof

Im Schattenbahnhof, dort, wo die Züge parkiert werden, sind alle 15 Geleise besetzt. «Deswegen müssen wir einen zweiten Schattenbahnhof in die Anlage bauen», sagt Müller. Doch dafür ist vorgesorgt: Die Anlage ist so gebaut, dass sie jederzeit erweitert werden kann. «Die Anlage darf ja nicht fertig werden», ergänzt der Präsident. Eine fertige Anlage bedeute, dass man nichts mehr bauen könne. «Das Bauen ist sehr interessant», sagt er.

Das Rollmaterial gehört den Mitgliedern, die Geleise bezahlt jeweils der Verein. Züge und Material seien teuer. «Der Wert dieser Anlage ist kaum bezifferbar», sagt Müller. Schon die Arbeitsstunden sind enorm. Seit Anfang Februar 2011 hat der Verein in Schöftland sein Lokal, früher war es in Reitnau. Doch dort war zu wenig Platz vorhanden. Seit der Züglete bauen die Modelleisenbahnbauer eine neu geplante Anlage auf. Für Müller ist das Hobby ein guter Ausgleich zur Arbeit. «Die einen gehen ins Fitness und wir gehen hier ‹knübeln›», sagt er.

Herbert Mühletaler, einer der Vereinsgründer im Jahr 2006 und technischer Leiter, sagt: «Es war mein Traum, eine grosse Anlage zu bauen.» In Schöftland hat die Anlage Platz zum Wachsen. An Ideen und Fantasie fehlt es den Vereinsmitgliedern nicht.

Tag der offenen Tür, Samstag, 2. November, 10 bis 17 Uhr, Aarauerstrasse 44, Schöftland