Schmiedrued-Walde
Die Ziegen haben das schönste Leben

Die aargauische Ziegenzucht ist 100 Jahre alt. Präsident Ruedi Rykart ist selbst ein engagierter Züchter von Pfauenziegen. Er setzt sich für diese Rasse ein und will sie verbessern.

barbara vogt
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Für den Fototermin locken Kathrin und Ruedi Rykart ihre Ziegen auf der Weide mit Futter. bA Für den Fototermin locken Kathrin und Ruedi Rykart ihre Ziegen auf der Weide mit Futter. bA Für den Fototermin locken Kathrin und Ruedi Rykart ihre Ziegen auf der Weide mit Futter. bA

Für den Fototermin locken Kathrin und Ruedi Rykart ihre Ziegen auf der Weide mit Futter. bA Für den Fototermin locken Kathrin und Ruedi Rykart ihre Ziegen auf der Weide mit Futter. bA Für den Fototermin locken Kathrin und Ruedi Rykart ihre Ziegen auf der Weide mit Futter. bA

Aargauer Zeitung

Die Ziegensalami schmeckt köstlich und macht Lust auf mehr. Steht man jedoch vor der Gruppe Ziege, so holt einen das schlechte Gewissen schon ein. Der Schmiedrueder Ruedi Rykart, Präsident des Verbandes Aargauischer Ziegen-Zucht-Genossenschaften, sieht das anders.

Auch wenn es ihm schwerfällt, ein Tier zum Metzger zu bringen. «Die Verwertung von Ziegenfleisch gehört in einer Zucht zum natürlichen Kreislauf. Es ist viel schlimmer, wenn ein Tier krank ist und leiden muss.»

Ein trüber Nachmittag: Ruedi Rykart und seine Frau Kathrin stehen vor ihrem hübschen Hof hoch über Schmiedrued. Von einer aufgeweckten Geissenschar keine Spur. «Die Tiere kommen nicht raus, wenns neblig und nass ist», sagt das Ehepaar augenzwinkernd.

Heikel seien sie eben. Und ihren eigenen Kopf hätten sie, diese Ziegen. Doch wenn das Wetter stimme, gingen sie auch ganz gerne auf einen Spaziergang. «Dann naschen sie von den Brombeersträuchern, das ist gut für ihre Verdauung», sagt Ruedi Rykart.

Robuste und verschmuste Ziegen

Seit je hatten die Rykarts Tiere. Einen Archenhof wollte das Ehepaar nie, deshalb begann es 2002, Pfauenziegen zu züchten. «Die schönsten», finden Ruedi und Kathrin Rykart. Aber auch weil sie so robust und verschmust seien, viel Milch und gutes Fleisch geben würden.

Und weil die Ziegenrasse vom Aussterben bedroht war, sich dank Pro Specie Rara und vieler Idealisten jedoch wieder erholt hat. Allein der Pfauenziegenzuchtverein Aargau/Innerschweiz zählt an die 50 Mitglieder und 120 Tiere.

Zu diesen Idealisten gehören Ruedi und Kathrin Rykart. Sie sind engagierte Züchter und bestrebt, die alte Gebirgsrasse zu fördern. Die vielen Schleifen und Pokale in der Stube zeugen von ihrem Erfolg, 2006 gewann das Paar mit seiner Ziege Bibi die Schweizer Meisterschaft. Zwölf Tiere stehen zurzeit im grossen Stall auf Waltersholz, viele der Ziegen werfen in den nächsten Wochen Gitzi. Die selbst gezüchtete Chiara ist die neugierigste und nebenbei die Chefin von allen.

Der Stolz von Ruedi und Kathrin Rykart ist spürbar – und berechtigt: «Eine solide Zucht braucht viel Zeit und Geduld. Wir sind bestrebt, die Rasse vorwärtszubringen.» Deshalb achten sie darauf, dass ihre Ziegen die erforderlichen Merkmale aufweisen. Etwa, dass die charakteristische schwarz-weisse Zeichnung stimmt, die Tiere ein kräftiges Fundament haben oder das Euter richtig aufgehängt ist. «So erbringen die Tiere gute Leistung», sagen die Rykarts. Auch schon haben sie von der Milch Käse hergestellt.

Journalist ist schuld am Namen

Zum Schluss erzählen Ruedi und Kathrin Rykart eine lustige Geschichte über die Bezeichnung «Pfauenziege». Ursprünglich habe diese «Pfavenziege» geheissen. Aber weil ein Journalist den Namen falsch schrieb, wurde daraus die Pfauenziege. Da beisst man gerne nochmals in eine Ziegensalami.