Unterkulm
Die Wasserautonomie hat ihren Preis

Grosse Projekte kommen zur Abstimmung: Wasserversorgung, Sozialdienst und Schulsozialarbeit

Peter Siegrist
Merken
Drucken
Teilen
Die Gemeinde Unterkulm muss eine Lösung finden zur Sicherstellung der Wasserversorgung. Zur Diskussion steht die Verlegung des Grundwasserpumpwerkes Hueb, das seit 1944 in Betrieb ist.

Die Gemeinde Unterkulm muss eine Lösung finden zur Sicherstellung der Wasserversorgung. Zur Diskussion steht die Verlegung des Grundwasserpumpwerkes Hueb, das seit 1944 in Betrieb ist.

Peter Siegrist

An der Gemeindeversammlung vom 26. November legt die Behörde Unterkulm dem Souverän drei schwergewichtige Vorlagen zur Abstimmung vor. Die Gemeinde muss eine Lösung finden zur Sicherstellung der Wasserversorgung. Zur Diskussion steht die Verlegung des Grundwasserpumpwerkes Hueb. Das Werk ist seit 1944 in Betrieb, das aktuell gültige Schutzzonenreglement stammt aus dem Jahr 1986.

Zwei Gründe machen eine Änderung nötig: Erstens ist die Konzession für das Werk Hueb bereits 2012 abgelaufen und muss erneuert werden, und zweitens wurden mit dem neu erstellten Schutzzonenreglement die drei Zonen ausgeweitet. Das sind die Folgen gesetzlicher Vorgaben. Beim Werk Hueb liegen die Schutzzonen heute schon in überbautem Gebiet, bei deren Vergrösserung kämen Parzellen, aus der Schutzzone 3 in die Schutzzone 2. Das hat für die Grundstückbesitzer zur Folge, dass ihr Land mit einem Bauverbot belegt ist. Für die Gemeinde hat die Änderung der Schutzzonen erhebliche Kosten zur Folge. Die Wasserversorgung müsste ihre technischen Anlagen (Strassen- und Abwasserleitungen so absichern, dass keine Verschmutzungen möglich sind. Und weil die Erweiterung der Schutzzonen einem Eingriff ins private Eigentum der Landbesitzer gleichkommt, wäre die Gemeinde entschädigungspflichtig.

Die Sanierungskosten der Schutzzonen (auch Werkleitungen) und Entschädigungen für das bestehende Grundwasserpumpwerk würden sich auf rund 4,3 Mio. Franken belaufen. Zuviel, findet der Gemeinderat, wenn man bedenke, dass die Nutzungskonzession wiederum nur für 15 Jahre erteilt würde. Daher schlägt er vor, einen Alternativstandort für das Werk Hueb zu suchen. Die Behörde verlangt vom Souverän einen Investitionskredit für ein Untersuchungsprogramm inklusive drei Probebohrungen. Es müsse mittels Pumpversuchen auch die Ergiebigkeit des Grundwasservorkommens geprüft werden. Die Bohrungen befinden sich in der heutigen Schutzzone Hueb. Das Programm umfasst nebst den Bohrungen und einem geologischen Gutachten auch ein Vorprojekt mit Variantenentscheid. Sämtliche Kosten für die Probebohrungen sind letztlich von der Wasserversorgung zu finanzieren (Eigenwirtschaftsbetrieb).

Weiter hat die Behörde die definitive Einführung der Schulsozialarbeit auf den 1. Januar 2016 traktandiert und verlangt zugleich die Erhöhung des Pensums um 60 Prozent auf total 140 Prozent. Die vorangegangene dreijährige Pilotphase habe gezeigt, welch grossen Beitrag die Schulsozialarbeit innerhalb der Schule beim Erkennen und Bewältigen von Konflikten und bei der sozialen Integration von Kindern und Jugendlichen leiste, so die Behörde.