Diesen Frühling wäre der Künstler Giuseppe Canova 90 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren macht seine Frau Heidi morgen Nachmittag Freunden und Kunstinteressierten die Ausstellungsräume in Bottenwil ein letztes Mal zugänglich. Diese waren legendär, denn sie befanden sich in einem alten Zirkuswagen, im «Carrozzone».

Heidi Canova wird morgen auch die vier Panoramabilder «Die vier Jahreszeiten im Uerkental» ihres verstorbenen Mannes zeigen. Die auf Leinwand aufgezogenen, über zehn Meter langen Ölbilder geben das Panorama vom Bottenwiler «Forehoger» in jeder Jahreszeit wieder. Noch zu Lebzeiten wünschte sich Giuseppe Canova, dass diese Bilder ans Aargauer Kunsthaus übergehen. Dafür wurde ein Schenkungsvertrag mit dem Kunsthaus abgeschlossen.

Bekannter Künstler im Kanton

Die vier Panoramabilder werden in wenigen Wochen von Bottenwil nach Aarau ins Kunsthaus transportiert. Weil die Bilder so lang sind, werde dies zu einer logistischen Herausforderung, sagt Kunsthaus-Kurator Thomas Schmutz.

Die vier Bilder seien von kultureller Bedeutung. «Giuseppe Canova hat ein wichtiges Dokument für die Region geschaffen. Sein Anspruch an Inhalt und Format war hoch und es ist erstaunlich, wie viel Wille er für die Bilder aufgewendet hatte, obwohl er sie nie verkaufen wollte.»

Der aus Italien stammende Giuseppe Canova sei ein im Aargau bekannter Künstler gewesen, sagt der Kurator. Die regionale Bedeutung des Künstlers sei ein Grund, wieso das Aargauer Kunsthaus die vier Panoramabilder übernimmt.

«Wir sind ein national bekanntes Kunsthaus, das jedoch Künstlern aus der Region Raum bietet.» Jährlich muss das Kunsthaus eine Triage aus Hunderten von Schenkungsanfragen treffen. Die vier Panoramabilder werden fachgerecht im Depot des Aargauer Kunsthauses gelagert. Sie stehen in Zukunft für Sammlungsaustellungen und Leihausgaben zur Verfügung.

Keine einzige grüne Farbtube

Giuseppe Canova hat viele Jahre an den Panoramabildern gearbeitet. Unzählige Male stieg er auf den «Forehoger» in Bottenwil, wo er in eine wunderschöne Landschaft eintauchte. «Mein Mann stammte aus Italien. Die Natur und das wechselnde Lichtspiel faszinierten ihn, sagt Heidi Canova.

«Er liess sich von den grünen, satten Farben inspirieren», sagt seine Frau. Für die Grüntöne in seinen Werken habe er keine einzige grüne Farbtube verwendet. Am liebsten mochte er aber den Winter.