Schöftland
Die unterschiedlichen Werke beleben einander

Mit der Vernissage der Kunstausstellung im Schloss startete 41. Schöftler Woche. Die Ausstellung sei eine Rückbesinnung auf die Anfänge der Schöftler Woche, so die Präsidentin von Pro Schöftland.

Sibylle Haltiner
Merken
Drucken
Teilen
Javier Liébana, Anna Kohler und Michel Tenthorey stellen gemeinsam im Schloss aus.

Javier Liébana, Anna Kohler und Michel Tenthorey stellen gemeinsam im Schloss aus.

Sibylle Haltiner

«Es ist eine Rückbesinnung auf die Anfänge der Schöftler Woche, als man Menschen aus aller Welt ins Dorfleben integrieren wollte», erklärte Nicole Lüscher, Präsidentin von Pro Schöftland, an der Vernissage der Kunstausstellung «National – International», welche am Freitagabend traditionsgemäss den Auftakt zur Schöftler Woche bildete. Wie ein ins Wasser geworfener Stein bildeten die Künstler Kreise von Schöftland aus in die Welt, führte sie weiter aus.

Von Schöftland bis Mexiko

Anna Kohler ist in Schöftland aufgewachsen, lebt heute in Zofingen und zeigt in ihrem Heimatdorf Papierobjekte. Bilder aus dem Lavaux hat der bekannte Westschweizer Maler Michel Tenthorey mitgebracht und aus Spanien ist Javier Liébana angereist, um seine Werke zu präsentieren. Den äussersten, internationalen Kreis bildete an der Vernissage der Mexikaner Gerardo Garcés, der die Veranstaltung mit seiner Gitarre musikalisch begleitete.

Die Schaffensweise wie auch die Werke der drei Künstler sind sehr unterschiedlich, wodurch Ausstellungsbesucher in eine vielseitige, aber auch anspruchsvolle Kunstwelt eintauchen können. In sanften Farben stellt Michel Tenthorey die terrassierte Weinbauregion des Lavaux dar, seine Bilder bestechen durch eine grosse Plastizität. Anna Kohler stellt Objekte aus Papier und natürlichen Materialien, insbesondere Samen, aus. «Die Gegensätze der ausgestellten Werke machen die Ausstellung spannend», meinte sie und wünschte sich, dass sich die Besucher offen auf die verschiedenen Exponate einlassen.

Poetisches Innenleben

Als grosse Ehre bezeichnete Javier Liébana die Möglichkeit, in Schöftland auszustellen. Er betrachtet sich als Repräsentant der jungen spanischen Kunstszene. Seine Flachreliefs aus Holz oder Metall bearbeitete er auf verschiedene Weise, setzt sie chemischen oder thermischen Prozessen aus, um das innere Verhalten an die Oberfläche zu bringen. «Das Material ist zwar hart, es liegt aber eine grosse Poesie in der Struktur», erklärte Liébana. Die Interaktion mit den anderen Ausstellenden sei für ihn eine grosse Bereicherung. «Das Umfeld der unterschiedlichen Werke bringt ein ganz anderes Leben in die einzelnen Ausstellungsstücke.»

Die Ausstellung «Kunst im Schloss» ist zu Bürozeiten geöffnet. Finissage: Sonntag, 9. November, 15 Uhr.