Mit knappem Mehr haben die Uerkner am Freitagabend dem Hochwasserschutzprojekt zugestimmt. Nachdem im Jahr 2013 ein erstes Projekt zwar an der Gmeind gutgeheissen, bei der anschliessenden Referendumsabstimmung an der Urne jedoch bachab geschickt wurde, präsentierte die Gemeinde nun eine überarbeitete Vorlage.

An einer öffentlichen Begehung im April hatte sich die Dorfbevölkerung über die Massnahmen informieren können. Um das Dorf vor einem Jahrhundert-Hochwasser zu schützen, sollen vor allem die Brücken erhöht und das Bachbett umgestaltet werden. Kommt das Projekt zur Ausführung, beteiligen sich Bund und Kanton an den Gesamtkosten von 5,81 Mio. Franken. Für die Gemeinde bleiben 26 Prozent, also rund 1,51 Mio. Franken.

Kirsten Hauri, im Gemeinderat für das Bauwesen verantwortlich, führte aus, dass neun Brücken in naher Zukunft so oder so saniert oder ersetzt werden müssten. Wird das nicht zusammen mit den subventionierten Massnahmen zum Hochwasserschutz durchgeführt, muss die Gemeinde die Kosten von 1,95 Mio. Franken alleine tragen.
Auch ein fehlender Unterhalt des Baches wurde als mögliche Ursache der Überschwemmungen vermutet. Gemeindeammann Markus Gabriel wies darauf hin, dass die Verantwortung für den Gewässerunterhalt beim Kanton liege. Sebastian Hackl, der als Kantonsvertreter der Versammlung beiwohnte, betonte, dass mit blossen Unterhaltsarbeiten die Hochwassergefahr nicht gebannt werden könne.

«Es ist gut, dass sich die Bevölkerung in die Diskussion einbringt und sich über die Finanzen Gedanken macht», sagte Kirsten Hauri nach der Annahme des Antrages. «Schön ist aber auch, dass man sieht, welchen Nutzen der Hochwasserschutz bringt.» Wird das Projekt nicht erneut durch ein Referendum verzögert oder sogar gestoppt, beginnen die Arbeiten im nächsten Jahr, spätestens 2018 soll das Dorf besser gegen Hochwasser geschützt sein.

Muss Steuerfuss erhöht werden?

Die Finanzen waren das beherrschende Thema der Diskussion. Denn es wurden am Freitagabend noch weitere Kreditanträge von insgesamt über 4 Mio. Franken gutgeheissen, unter anderem für die Sanierung des Schulhauses Hübeli (Text unten), was die Frage nach der Finanzierbarkeit und der Entwicklung des Steuerfusses aufwarf. Gemeindeschreiber Hans Stadler präsentierte hierzu Prognosen. Ob die Gemeinde in Zukunft Ergänzungsleistungen vom Kanton erhält, ist unklar, da sich das neue Finanzausgleichsgesetz noch in der Vernehmlassungsphase befindet.