Landi Aarau-West

Die Trockenheit beeinflusste das Landi-Ergebnis

Geehrt (v.l.): Sabrina Weitnauer, Simon Lüscher, Marco Brunner, Andrea Hürzeler.

Geehrt (v.l.): Sabrina Weitnauer, Simon Lüscher, Marco Brunner, Andrea Hürzeler.

Bei der Landi Aarau-West AG stieg letztes Jahr der Umsatz, doch der Gewinn fiel geringer aus als 2017.

Meinrad Peter, Verwaltungsratspräsident der Landi Aarau-West AG, fand deutliche Worte. Das Jahr 2018 sei ein «turbulentes Jahr» gewesen. Der Umsatz sei zwar um 3,2 Prozent auf knapp 60 Mio. Franken gestiegen, doch die Ertragsseite habe damit nicht Schritt halten können: Gewinn 106'000 Franken, Vorjahr 316'000 Franken. 240 Personen, neben Gästen und Mitarbeitenden 138 Aktionäre, nahmen an der Generalversammlung in Holziken teil. Das Gebiet der Landi Aarau-West umfasst das Suhrental, das Ruedertal, das mittlere Wynental, die Region Aarau und das Niederamt.

Meinrad Peter sprach auch den Klimawandel an, der «die Landwirtschaft zuerst» betreffe. Wassermangel, Hitze, Überschwemmungen: Kennzeichen des trockenen Sommers 2018. «Letztlich geht es um unsere Existenz, vielleicht schneller als vermutet», sagte Peter. Keine Überraschung also, dass der Sommer 2018, der wärmste seit Messbeginn (1864), Einfluss auf das Wirtschaften der Landi hatte. Und zwar in verschiedenen Bereichen. Im Agrarhandel führte der Ausfall von ein oder zwei Grünfutterschnitten zu einer rasanten Nachfrage nach Raufutter. Auch die Stroherträge bei der Getreideernte waren unterdurchschnittlich, was die Nachfrage erhöhte. Die Trockenheit führte zu einer Steigerung der Verkaufszahlen im Pflanzenbau. Begehrt waren besonders Feld- und Rasensamen.

Nachfrage nach Chips-Raps

Peter Stalder, der Vorsitzende der Geschäftsleitung und Leiter Getreidemarkt, verwies auf einen durchschnittlichen Getreideertrag 2018. Ein Problem war die erhöhte Mykotoxinbelastung, was Laboruntersuchungen und die Abweisung einiger Posten zur Folge hatte. Die Trockenheit hatte für die Bauern den Vorteil, dass weniger Getreide getrocknet werden musste. Deshalb waren für die Landi die Trocknungserträge sehr tief. Peter Stalder: «Des einen Freud – des andern Leid.» Der durch das Wetter bedingte Umsatzrückgang beim Getreide betrug 16,3 Prozent. Eine Ausnahme bildet der Raps, wo Chips-Produzent Zweifel die Nachfrage hochhält. «Da wären noch Kapazitäten», warf Stalder in die Runde.

Mehr Getränke, weniger Fleisch

Auch im Detailhandel spielte das Wetter eine Rolle, positiv und negativ. Die Hitze machte Durst, was den Getränkeverkauf ankurbelte, dafür wurde wegen des Feuerverbots im Sommer weniger Grillfleisch verkauft. Hingegen erfreuten sich Badebecken und Bewässerungsartikel einer regen Nachfrage. Im Heizölhandel führten der warme Frühling und der heisse und trockene Sommer zu einer flauen Nachfrage. Dazu verteuerten sich die Preise, da der tiefe Pegelstand des Rheins die Frachtkosten in die Höhe schnellen und die Margen sinken liess.

Trotz der geringeren Ertragslage entrichtet die Landi Aarau-West AG eine Dividende von fünf Prozent (75'000 Franken) und eine Rückvergütung an die Aktionäre. Und ein feines Nachtessen sowie eine Tasche voller leckerer Landi- und Volg-Produkte.

Erstmals über 200 Aktionäre

Die Landi Aarau-West AG hat die Zahl der Aktionäre 2018 von 198 im Vorjahr auf 219 steigern können. Ebenfalls angestiegen ist die Zahl der Mitarbeitenden, nämlich von 108 auf 121, allerdings bei fast gleicher Anzahl Vollzeitstellen: 82 statt 80 im Vorjahr.

Für Martin Niederberger, Leiter der Landi Treuhand Zentralschweiz, wählte die Versammlung Iwan Lisibach in den Verwaltungsrat. Neu für den Detailhandel zuständig ist Manuela Schmidig. Geehrt wurden Mitarbeitende mit Dienstjubiläen sowie junge Berufsleute, die ihre Weiterbildung abgeschlossen haben, nämlich Sabrina Weitnauer (Oltingen BL, Agrartechnikerin HF) sowie die Meisterlandwirte Simon Lüscher (Holziken), Marco Brunner (Schmiedrued) und Andrea Hürzeler (Däniken SO). Letztere schloss mit einem blanken Sechser ab.

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