Etappenstart 2017
Die Tour de Suisse dreht eine Extrarunde durch Menziken

Die Tour de Suisse kommt nächstes Jahr nach Menziken. Eine zweite Durchfahrt am Etappenort ist garantiert – die Strecke aber noch ungewiss.

Rahel Plüss
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Schon im Jahr 2004 führte die Tour de Suisse durch Menziken. Wynentaler Blatt

Schon im Jahr 2004 führte die Tour de Suisse durch Menziken. Wynentaler Blatt

Wynentaler Blatt

Am 12. Juni 2017 kommt die Tour de Suisse nach Menziken. Die Gemeinde ist Startort der dritten Etappe. Jetzt ist klar: Der Tross wird nach dem Startschuss nicht einfach entschwinden, Menziken bekommt eine zweite Durchfahrt. Damit geht für die Gemeinde «ein riesengrosser Wunsch in Erfüllung», wie Gemeindeammann Annette Heuberger auf Anfrage sagt. «So bleiben die Zuschauer noch ein bisschen, das macht uns als Etappenort viel attraktiver.»

Wie lange diese sogenannte Startrunde sein wird, ist noch nicht klar, genauso wenig ist die Streckenführung definiert. Beides hängt vom Zielort ab, wie Kurt Betschart, Technischer Direktor der Tour de Suisse, sagt. Der Zielort sei zwar inzwischen gefunden, noch ist aber nichts unterschrieben. Deshalb kann der Ort noch nicht öffentlich gemacht werden. Einzig so viel sei verraten: Er liegt im Kanton Bern.

Start in Richtung Beromünster

Kommt die Vertragsunterzeichnung zustande, wird nach dem Start in Menziken eine 30 bis 40 Kilometer lange Runde möglich sein. «Das wäre absolut wünschenswert», so Betschart. Einerseits, weil eine längere Schlaufe die Logistik vereinfache. Denn nur in diesem Fall könne der ganze Tross mit sämtlichen Kolonnen auf die Startrunde geschickt werden. «Ist die Schlaufe zu kurz, müssten wir wohl auf die Werbekolonne verzichten.» Eine lange Startrunde hätte aber auch Vorteile für die Region. Nur so könnte eine Route durch das Wynental realisiert werden, vielleicht sogar via Seetal. Gestartet wird nämlich, auch das steht inzwischen fest, in Richtung Beromünster.

Kommt es nur zu einer kurzen Startrunde, könnte diese allerhöchstens das Oberwynental streifen. Dieses Szenario tritt ein, wenn der Vertrag mit der Wunsch-Zielgemeinde nicht zustande kommt. In dem Fall würde die dritte Etappe voraussichtlich an einem weiter entfernten Ort Richtung Westschweiz enden. Lange Umwege für die Rennfahrer kämen dann nicht infrage.

«Das ist auch nicht in unserem Sinn», so Betschart. Denn auch die Tour de Suisse ist interessiert daran, den Gemeinden möglichst viel zu bieten. Für die Organisatoren wird es immer schwieriger, Gemeinden für Etappenstarts zu finden – jedenfalls in wenig touristischen Gegenden, wie Betschart sagt. Eine Zusatzschlaufe nach dem Start mache die Tour de Suisse attraktiver für die Zuschauer und damit auch für die Gemeinde.

Grosses Dorffest in Planung

Menziken plant, den Etappenstart mit einem grossen Dorffest zu umrahmen. Auch hier sind die Vorbereitungen im Gang. Das Konzept für das viertägige Fest steht in groben Zügen, wie OK-Präsident Felix Matthias sagt. Man wolle mit einem Konzertabend am Freitag beginnen, am Samstag sei ein Beizlifest und am Sonntag ein «Spiel ohne Grenzen» vorgesehen. Der eigentliche Etappenstart am Montag soll zusammen mit der Schule in einen Mobilitätstag integriert werden. Auch die Pro Senectute will mitmachen. Sie wird eine Velotour anbieten, die offen ist für alle.

Am 14. November findet ein zweiter Informationsabend für die Bevölkerung statt. Die erste solche Veranstaltung stiess auf Interesse. Rund 130 Personen nahmen teil, viele sagten spontan ihre Mitwirkung zu (die az berichtete). Gemeindeammann Annette Heuberger ist guten Mutes: «Aufgrund der Spontanmeldungen sind wir zuversichtlich, dass die Region den Anlass mitträgt.»