Der US-Unternehmer und Elektroauto-Pionier Elon Musk macht seit einiger Zeit vor allem darum Schlagzeilen, weil er immer wieder seine versprochenen Liefertermine nicht einhalten kann. Das ist nicht nur bei seinem ersten Mittelklasse-Elektroauto «Model 3» der Fall, sondern auch bei den Riesen-Batterien, wie sie die EWS für ihr Pilotprojekt in Reinach bestellt hatte. Die Tesla-Batterie sei am 14. Mai gekommen, erklärte EWS-Geschäftsführer Christian Gerber an der Generalversammlung der EWS Energie AG (tritt seit März unter der Marke EWS auf). «Mit einer Lieferverzögerung von fünf Monaten.» Sie stammt aus dem Silicon Valley. In der ersten Juni-Woche reisen noch Tesla-Experten an, um die Batterie vor Ort zu programmieren. Wie viel sie gekostet hat, ist geheim. Fest steht, dass die EWS einen sechsstelligen Betrag in das Projekt investieren wird.

In der Tesla-Batterie wird der Strom gespeichert, der mit der Photovoltaik-Anlage (524 Quadratmeter) auf der neuen Reithalle im Reinacher Moos produziert wird. Die Batterie (fast vier Meter lang und knapp anderthalb Meter breit) steht auf der Trafostation zwischen den Tennisplätzen und der Eishalle. Die Batterie dient als Zwischenspeicher. Der am Tag produzierte Strom wird nachts an 20 Wohneinheiten abgegeben. Es wird erwartet, dass der Strom zumindest im Sommer für die Wohnungen ausreichen wird.

Elon Musk möchte eigentlich die Riesenbatterien aus Batterien, die in den Tesla-Autos nicht mehr genügen, zusammenbauen. Im Reinacher Fall handelt es sich aber um eine neue Batterie. Noch unklar ist, wie die Batterie dereinst entsorgt wird. Vorerst sollen jetzt mit ihr über Jahre hinweg Erfahrungen gesammelt werden.

Es gibt eine Sonderdividende

Keine Diskussionen gab es an der Generalversammlung bei der Behandlung der statutarischen Geschäfte. «Die EWS Energie AG schloss das Geschäftsjahr 2017 erfreulich ab», erklärte Präsident Jürg Rubin. Bei einem Umsatz von 23,9 Millionen Franken erwirtschafteten die 40 Angestellten einen Gewinn von 2,1 Millionen Franken. Die EWS versorgt im oberen Wynen- und im benachbarten Seetal die Gemeinden mit Strom, Wasser, Internet und TV. Sie betreibt zudem die ARA in Reinach, die modernste Kläranlage im Aargau.

Die EWS feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Sie gehört den fünf Gemeinden Reinach, Menziken, Gontenschwil, Zetzwil und Birrwil. Für die Aktionäre ist das ein gut rentierendes Investment. Sie erhalten dieses Jahr insgesamt 400'000 Franken ordentliche Dividende (Ausschüttung von 8 Prozent auf dem Aktienkapital von 5 Millionen Franken) sowie eine Jubiläumsdividende von 750'000 Franken (Ausschüttung von zusätzlichen 15 Prozent). Auch die Konsumenten kommen in den Genuss eines Jubiläumsbonus: Für Preismassnahmen im kommenden Jahr wurden 150'000 Franken zurückgestellt.

An der Generalversammlung wurden alle sieben Verwaltungsräte Jürg Rubin (Präsident, Menziken), Werner Augstburger (Reinach), Renate Gautschy (Gontenschwil), Matthias Härri (Birrwil), Alfred Merz (Menziken), Pia Müller (Reinach) und Roger Stenz (Zetzwil) wiedergewählt.