Schöftland
Die Stadt Aarau hegt und pflegt ihre grünen Aussenposten

Die Aarauer Ortsbürger nutzten die Gelegenheit, ihr Schöftler Wald-Aussenrevier auf einer Führung kennen zu lernen. Der Waldbesitz der Stadt ist gross und reicht von Densbüren bis nach Schlossrued. 100 Aarauer Ortsbürger gingen auf Erkundungstour.

Thomas Bucher
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René Müller vom Natur- und Vogelschutzverein Schöftland mit Lukas Pfisterer.

René Müller vom Natur- und Vogelschutzverein Schöftland mit Lukas Pfisterer.

Thomas Bucher

Von Densbüren nach Schlossrued, von Staufen nach Wöschnau-Eppenberg: Auf dieses in alle Himmelsrichtungen umrissene Gebiet verteilt sich der Waldbesitz der Stadt Aarau. Am Samstag folgten gegen 100 Aarauer Ortsbürger der Einladung des Forstbetriebs Region Aarau in ein Aussenrevier: An vier informativen Posten erfuhren die Ortsbürger viel Wissenswertes über die Waldpflege am Buchlisberg in Schöftland.

Ein Einheimischer, der Schöftler René Müller, zeigte an seinem Posten, wie eine naturnahe Gestaltung der Übergangszone vom Siedlungsgebiet zum Waldrand aussieht. Müllers Land befindet sich unweit des Aarauer Waldstücks. In den letzten 10 Jahren hat er mit dem Natur- und Vogelschutzverein um die 300 Wildsträucher gesetzt, welche einen nahrungsreichen Brutplatz nicht nur für Goldammer und Rotkehlchen bieten.

Naturfreund Müller lud seine Zuhörer an seinem Posten dazu ein, selber aktiv zu werten, etwa mittels einem Unterschlupf für Wildbienen: «Ein Wildbienenhaus ist schnell gebaut. Holzstücke sammeln, ein paar Löcher reinbohren und an einem trockenen Ort deponieren.» Die 600 heimischen Wildbienenarten seien für das Bestäuben der Blüten essenziell, wechselten sie doch viel häufiger die Pflanzenart als Zuchtbienen.

Der Forstbetrieb Aarau überlässt den Waldrand nicht einfach seinem Schicksal, wie Förster Roger Wirz erklärte. 10 bis 20 Meter Wald werden als Übergangszone gepflegt. Totholz liegen lassen, Asthaufen bilden, den Baumbestand ausdünnen: Dies sind die wichtigsten Massnahmen, um an den Randzonen eine grosse Artenvielfalt zu ermöglichen.

Stadtoberförster Christoph Fischer gewährte Einblick in Geografie und Geschichte der Aarauer Wälder. Wie kam es dazu, dass Aarau zum Beispiel in Gränichen Wald besitzt? Fischer klärte auf: Die Legende berichte, dass die Gränicher einen Teil ihres Waldes veräussert hätten, um den Bau ihres Kranken- und Armenhauses finanzieren zu können.

Von den 500 Hektar Wald, die vom Werkhof Distelberg aus bewirtschaftet und gepflegt werden, liegt nur die Hälfte im eigenen Forstrevier Aarau-Unterentfelden-Biberstein. Die andere Hälfte verteilt sich auf sieben Gemeinden im Aargau und in Solothurn. Den Schöftler Wald ersteigerten die Aarauer im Jahr 1857. Das Gebiet war einst im Besitz der Familie von Hallwyl.

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