Oberkulm
Die Springkonkurrenz ist abgesagt – das Dorffest damit ebenfalls

Der Reitverein Wynental muss seine Springkonkurrenz absagen. Der Präsident des Vereins, Sämi Huber, sagt, weshalb es so weit kommen musste.

Sibylle Haltiner
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Wetterglück an der Springkonkurrenz hatte der Reitverein Wynental im Jahr 2009.Archiv/sih

Wetterglück an der Springkonkurrenz hatte der Reitverein Wynental im Jahr 2009.Archiv/sih

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Eigentlich sollte heute auf dem Springplatz Hasel mitten im Dorf emsiges Treiben herrschen. Die Mitglieder des Reitvereins hätten ein Festzelt aufstellen, Hindernismaterial herbeitragen und Abschrankungen spannen sollen. Am Wochenende dann wären die Transporter aufgefahren, Reiter und Pferde hätten um Flots und Plaketten gekämpft, die Zuschauer bei einer Bratwurst spannenden Sport mitverfolgen können.

Doch die Turnierreiter machten dem Reitverein Wynental einen Strich durch die Rechnung. Zu wenige entschieden sich bis zum offiziellen Nennschluss für eine Teilnahme. Die Veranstalter sahen sich nicht in der Lage, angesichts der kleinen Zahl an Anmeldungen den Concours durchzuführen, und bliesen den Anlass ab.

Reiter bevorzugen Sandplätze

«Schade», sagt Sämi Huber, Präsident des Reitvereins Wynental, enttäuscht. «Immer weniger Reiter melden sich für Concours auf Gras an. Wenn das Wetter schön und der Boden gut ist, kommen sie dann kurzfristig.» Darauf wollten die Organisatoren aber nicht vertrauen. In früheren Jahren konnten sie immer auf genügend zwei- und vierbeinige Sportler zählen. Doch unterdessen bevorzugen viele Reiter Sandplätze, die auch bei Regenwetter einwandfreie Bodenverhältnisse bieten, Turniere auf Gras kämpfen immer häufiger ums Überleben.

Das schlechte Wetter am letzten Concours hat wohl ebenfalls viele von einer Teilnahme abgehalten. «Tierärzte betonen allerdings, dass das Springen auf Gras für die Pferdebeine gesünder sei als auf Sand und auch ein tiefer Boden wenig Probleme bereite», erklärt Huber. Doch auch diese Erkenntnisse lockten die Reiter nicht nach Oberkulm, obwohl spannende Prüfungen ausgeschrieben waren, beispielsweise ein Springen für Nachwuchsreiter über niedrige, feste Hindernisse. Allen, die sich angemeldet hatten, musste der Verein absagen und das Nenngeld zurückzahlen. Auch die Sponsoren können sich nicht engagieren. Sämi Huber befürchtet Konsequenzen für die nächsten Jahre. «Ob sie uns dann wiederum unterstützen?»

Verschieben oder Patrouillenritt

Ganz aufgeben will der Vereinspräsident den Concours nicht. Vielleicht hilft das Verschieben auf ein anderes Datum. In Sins findet jeweils am gleichen Wochenende ein Turnier auf Sand statt – mit gut gefüllten Startfeldern notabene. Wäre ein befestigter Reitplatz die Lösung? «Das ist nicht einfach», erklärte Huber. «Er müsste sich ja auf Industrieland befinden und der Unterhalt wäre recht teuer.»

Präsident Sämi Huber macht sich auch Gedanken über das Weiterbestehen des Vereins. «Am Concours haben immer alle zusammen angepackt und geholfen», erklärte er. «Ausserdem ist er eine wichtige Einnahmequelle. Wenn diese wegfällt, wird es schwierig.»

Eine Alternative wäre die Durchführung eines Patrouillenrittes, bei welchem Pferde und Reiter Geschicklichkeitsaufgaben lösen müssen. Diese finden aber zum grössten Teil im Wald statt, für Zuschauer ist ein solcher Anlass nicht besonders attraktiv. Im Gegensatz zur Oberkulmer Springkonkurrenz. «Der Reitplatz ist ja von Häusern umgeben, das war wie eine grosse Arena», erzählte Huber. «Wir hatten immer sehr viele Zuschauer und es war jeweils ein richtiges Dorffest.»

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