Sechs Jahre lang haben Silvia Villiger und Rolf Breidenbach als Pächter den Landgasthof «Sonne» in Kulmerau über dem Suhrental geführt. Ende Februar verlassen sie die «Sonne», um ein neues Kapitel in ihrem Berufsleben zu schreiben. Wo? Das bleibt noch ihr Geheimnis. Ab Sonntag, 23. Februar, sind die Türen der «Sonne» geschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt können Gutscheine noch eingelöst werden.

«Austrinkete» am 22. Februar

Das Wirtepaar organisiert am Samstag, 22. Februar eine Austrinkete. Und mit welchen Gefühlen verlassen sie ihre Wirkungsstätte? «Wir nehmen mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied: Wir freuen uns auf unsere berufliche Zukunft; gleichzeitig heisst das aber auch, von einem lieb gewonnenen Ort Abschied zu nehmen», sagt Silvia Villiger. Auch Besucher aus der aargauischen Nachbarschaft konnten die Wirtsleute zu ihren Gästen zählen. Das Problem war aber die ungenügende Wirtschaftlichkeit: Die Lage des Lokals, nicht an einer Verkehrsader, mag ebenso dazu beigetragen haben wie die Senkung der Promille-Grenze: Wer nicht in Kulmerau wohnt, muss noch Auto fahren.

Was wird aus der «Sonne»?

Für Adrian Pfenniger, der die Trisa AG in Triengen mit seinem Bruder Philipp führt, welche die «Sonne» besitzt, ist der Landgasthof auch eine Herzensangelegenheit. «Unsere Grossmutter, die Mutter meines Vaters, ist hier aufgewachsen», sagt er. Pfenniger weiss um die Schwierigkeiten in der Gastronomie, zumal an einem Ort, an den man nicht zufällig kommt. Zeitgeist und wirtschaftliches Umfeld hätten sich verändert. Ein Verkauf der Liegenschaft stehe aber nicht im Fokus. «Wir wollen die Sache breit angehen und alle Möglichkeiten offen lassen, alle Optionen prüfen», sagt Adrian Pfenniger.

Das Haus hat eine lange Tradition. Am 5. Januar 1863 erhielt die «Sonne» das Tavernenrecht, konnte also nicht nur Speisen und Getränke ausschenken, sondern auch Gäste beherbergen. «In den zwei einfachen Zimmern hatten wir oft temporär Angestellte», sagt Silvia Villiger. Bis 1980 war das Haus Teil eines landwirtschaftlichen Betriebs.

Sinnvolle Nutzung im Vordergrund

Eine der Optionen ist die Weiterführung des Hauses als Gasthaus, aber auch eine Vermietung für andere Zwecke sei denkbar. «Für uns steht eine sinnvolle Nutzung im Vordergrund», sagt Pfenniger. Diskussionen seien am Laufen. Ende Februar, wenn die «Sonne» geschlossen ist, werde man konkret aktiv. Adrian Pfenniger sagt: «Wir hoffen auf eine gute Lösung.»