Hirschthal
Die «Schutti» wird wieder aufgeforstet.

Morgen, beim Waldumgang, werden die Sanierungspläne für das Waldstück präsentiert und erläutert werden.

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Wo die Abfälle deponiert waren, ist jetzt wieder ein Täli: Das Gebiet der ehemaligen Kehrichtdeponie «Chropfboden».

Wo die Abfälle deponiert waren, ist jetzt wieder ein Täli: Das Gebiet der ehemaligen Kehrichtdeponie «Chropfboden».

Urs Helbling

Der Hirschthaler Wald ist wieder sauber. Obwohl es vielen Einwohnern gar nicht bewusst war, dass im Waldboden Verschmutzungsgefahr lauerte. Im Waldstück «Chropfboden» schlummerte eine alte Kehrichtdeponie, geschlossen seit 1965. Die alte «Schutti» wurde in den letzten Monaten ausgebuddelt, der alte Müll professionell entsorgt.

14,5 Aren Wald mussten vorgängig gerodet werden. Nun, da die Arbeiten abgeschlossen sind, ist es an Förster Urs Gsell, die kahle Fläche wieder zu Wald zu machen. «Ich bin dankbar, dass jetzt herausgenommen wurde, was nicht in den Boden gehört», sagt er. Am morgigen Waldumgang führt Gsell die Teilnehmer zur sanierten Deponie. 1,6 Millionen hatte die Gemeindeversammlung im Juni 2018 für die Sanierung bewilligt.

Der kahle Fleck muss wieder grün werden

Weil der «Chropfboden» nicht nur letzte Ruhestätte für Hauskehricht war, sondern auch Bauschutt, Aushub, Sperrgut und Kunstharz abgelagert wurden, musste der Müll nachträglich exhumiert werden. Eine Totaldekontamination war nötig, also die Ausbaggerung der gesamten Grube. Die Befürchtung der Experten: In den Untergrund könnten Schadstoffe eingedrungen sein.

Wochenlang fuhren Lastwagen vom «Chropfboden» Richtung A1, um die mit Altlasten kontaminierte Erde wegzubringen. Inzwischen ist die Deponie mit sauberer Erde humusiert. Der kahle Fleck Erde muss nun wieder zu Wald werden.

Jetzt gelte es, dem Wald etwas zurückzugeben, sagt Förster Urs Gsell. Nächsten Frühling wird sein Team mit der Aufforstung starten. Es seien verschiedene Baumarten vorgesehen. Morgen Vormittag erhalten die Teilnehmer auch weitere Informationen über den Wald, etwa über seine Rolle als Wasserspeicher.

Just bei der ehemaligen «Schutti» liegen drei wichtige Quellen für das Dorf. Sie waren denn auch Grund für die Schliessung 1965: Von der Deponie hätten giftige Stoffe ins Wasser gelangen können. Am Waldumgang werden auch Gemeinderäte und Vertreter des Ingenieurbüros suisseplan über die Sanierung informieren.

Gemeindeammann Peter Stadler (FDP) ist zufrieden, wie die Arbeiten verlaufen sind. Dank des Schönwetter-Sommers seien die Arbeiten schnell vorangekommen. Es habe weniger Material entsorgt werden müssen als angenommen, «das wird sich auch positiv auf die Schlussabrechnung auswirken».

Einen äusserst positiven Eindruck hätte auch die rücksichtsvolle Fahrweise der Lastwagenchauffeure der Firma Toggenburg hinterlassen, die täglich durch die Wohnquartiere gefahren sind. Die Anwohner hatten an einem Zaun gar ein Transparent angebracht: «Danke für eure Rücksichtnahme – toll gemacht!»

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