Neue, ortsverbundene Betriebe ansiedeln, die bestehende Lebensqualität in der Region nach aussen tragen, dies sind zwei der Schlussfolgerungen, die den Vertretern von Gemeinden, KMU und Gewerbe in Menziken aufgetischt wurden. Der Gemeindeverband aargauSüd impuls leitet von 20132015 das NRP-Projekt «Standortentwicklung Arbeitsplätze». NRP (Neue regional Politik) wird von Bund und Kanton unterstützt. Das Projekt soll aufzeigen, wie eine Randregion ihr Potenzial für Arbeitsplätze, Wohnraum und Lebensqualität verbessern und nach aussen kommunizieren kann.

Befragung und Analyse

Zwei beauftragte Planungsbüros aus Zürich, die Intosens AG und die Inreim AG, beide spezialisiert auf Stadtplanung und Wohnraumfragen, haben Unternehmen und Gemeinden in der Region befragt. 160 Fragebogen gingen an Betriebe, die Gemeinden wurden interviewt.

«Der Rücklauf von 52 Prozent ist als sensationell zu bezeichnen», sagte Andreas Loepfe, Der Ökonom der Inreim AG präsentierte die Fragen und interpretierte die Antworten.

Hohe Standortverbundenheit

«Wir stellen fest, dass die Unternehmen in der Wirtschaftsregion aargauSüd stark verwurzelt sind», sagt Loepfe. 70 Prozent seien mit dem Standort persönlich verbunden. Auffallend sei, dass 22 Prozent der Unternehmen bereits vor 1940 in der Region ansässig waren. 36 Prozent seien erst seit 2000 hier, häufig Kleinbetriebe mit wenig Arbeitsplätzen.

Als bedeutender Faktor für die Unternehmen zeigt sich die Lebensqualität. Für viele sei diese wichtiger als das Image der Region, sagte Loepfe und spitzte zu: «Den Unternehmen von aargauSüd ist das Leben wichtiger als das Wirtschaften.» Für die Standortförderung der Region sei deshalb die Kommunikation der guten Lebens- und Wohnqualität bedeutsam.

Der Schwachpunkt Verkehr

Die mangelnde Verkehrsanbindung wird als Schwachpunkt der Region gesehen. Hier unterscheiden sich die Bedürfnisse von Gewerbe (Strassen sind wichtig), Dienstleistungsunternehmen (Anbindung durch öV wichtiger als Strassen) und Detailhandel (Parkplätze und lokale Strasse am wichtigsten).

Auch hier spielt das Regionale mit, denn 60 Prozent sämtlicher Produkte und Dienstleistungen werden in der Region abgesetzt. Das produzierende Gewerbe allerdings, verkauft aber zwei Drittel der Produkte ausserhalb der Region. Für diese Betriebe mit nationaler/internationaler Ausrichtung sei die Verkehrsanbindung «gerade noch erträglich».

Loepfe folgert aus der Analyse, dass die Förderung der vorhandenen und die Ansiedlung neuer Kleinunternehmen zentral sei. «Das bedeutet für die Region ein Wachstum von innen». Heute würde noch zu stark «Alleingängertum» betrieben, statt Synergien zu nutzen. «Ein Engpass für die Betriebe ist die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften.

Eine Fläche von 51 Fussballfeldern

Marie Luise Hilber, Intosens AG , hat die Areale, die in der Region für die Förderung neuer Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, untersucht und bewertet. Dabei weist sie 24 Areale, zum Beispiel Industriebrachen, mit 36,3 Hektaren oder der Grösse von 51 Fussballfeldern aus. Hilber wies darauf hin, dass eine Priorisierung von etwa 10 Arealen nötig sei, dabei brauche es die Zusammenarbeit mit Gemeinden und aargauSüd.

Anhand zweier Beispiele zeigte Hilber auf, wie eine Nutzung oder Umnutzung geplant werden kann. In Unterkulm existiert bereits ein Projekt für das alte KWC-Areal mit einer gemischten Nutzung für Wohnen und Arbeiten. Weit fortgeschritten ist in Reinach die Areal Entwicklung «Gautschi-Park» an der Alzbachstrasse. Hier wird für die Zielgruppe Familien mit Kindern eine Wohnüberbauung mit Eigentums- und Mietwohnungen geplant.

Der Präsident von aargauSüd impuls, Martin Widmer, schloss die Veranstaltung mit dem optimistischen Slogan: «Gemeinsam zum Erfolg, denn Freiräume erwarten uns.»