«Und wie siehts in Reitnau aus?», fragt Verwaltungsratspräsident Hans Ulrich Ziswiler aus der Turnhalle Walde in die Mehrzweckhalle Reitnau. «Keine Gegenstimmen», kommt die Antwort aus dem Suhrental. Seit der Fusion der Raiffeisenbanken Reitnau und Rued im Jahr 2007 findet die Generalversammlung synchron an zwei Orten statt.

Kein Wunder bei zusammen 6200 Mitgliedern. «359 Personen haben neu eine Beitrittserklärung zu unserer Bank unterzeichnet», rapportiert Bankleiter Andreas Bieri stolz. Pro Tag ein Mitglied mehr.

Eine halbe Milliarde

Bieri blickte auf das «erfolgreichste Geschäftsjahr» der fusionierten Bank zurück. Die Bilanzsumme, «die wichtigste Zahl», ist um 5,5 Prozent auf 509 Millionen Franken gestiegen. 470 Millionen Franken, 28 Millionen mehr als im Vorjahr, wurden an Kunden ausgeliehen, und dies bei strengeren Kriterien: Zweite Hypotheken müssen innerhalb von 20 Jahren zurückbezahlt werden.

Zugenommen haben auch die Kundengelder, die der Bank anvertraut wurden: um 18 auf 381 Millionen Franken. Die Bank lebt von der Differenz zwischen dem Zins, den sie für ausgeliehenes Geld erhält und dem Zins, den sie den Kunden für ihre Gelder auf der Bank bezahlt. Diese Differenz betrug 2013 6,4 Millionen Franken, 400'000 Franken mehr als im Vorjahr. Der Jahresgewinn beträgt 383'000 Franken; die Anteilscheine werden gegenwärtig zu sechs Prozent verzinst.

Trennung von Amerikanern

Sorgen bereite der Bank «der Umgang mit ausländischen, insbesondere amerikanischen Kunden», sagte Bieri. Obwohl man im Ausland nie aktiv Kunden beworben habe, müsse die Bank «einen gewaltigen Aufwand betreiben», um beweisen zu können, dass sie im Zusammenhang mit Kundenberatungen kein ausländisches Steuerrecht verletzt hat. «Wir haben einen ganz kleinen Promille-Satz an Ausländern mit Wurzeln im Aargau, von denen wir uns zum Teil trennen mussten», sagte Bieri.

Gegenstimmen von Genossenschaftern hatten Seltenheitswert an dieser Generalversammlung. Bei der Wahl des Verwaltungsrats – in globo, um Zeit zu gewinnen – gabs in Walde eine, in Reitnau keine. Unbestritten war auch die Wahl von Verwaltungsratspräsident Hans Ulrich Ziswiler.

Der Statutenänderung stimmten je eine Person in Reitnau und Walde nicht zu. Dabei gings um die zwingende Umsetzung der Eigenmittelverordnung zum eidgenössischen Bankengesetz.

Drei Vierteljahrhunderte

Blumen und Wein erhielten drei Ruedertaler Bankmitarbeitende, die je seit 25 Jahren für die Raiffeisenbank arbeiten: Martha Keiser, Marianne Suma und Bankleitungsmitglied Rolf Lüscher. Aber auch die anwesenden Genossenschafter hatten bei einer Verlosung Gelegenheit, einen Geschenkkorb oder eine Fleischplatte zu gewinnen.

Nach einer Stunde war der offizielle Teil vorbei; die Zeit zum Schlemmen und Schwatzen begann. Auch dies gehört zur traditionellen Bankversammlung.