Reitnau
Die Parteien sollen sich nochmals an einen Tisch setzen

Diskutiert wurde an der Gemeindeversammlung vor allem über die Teilrevision des Gestaltungsplans Widenmoos. Zudem wurden der Zeitplan für den Schulhausumbau und die neue Pausenplatzgestaltung vorgestellt.

Sibylle Haltiner
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Susanne Hochuli hielt die Laudatio für Kurt Hochuli, der 20 Jahre lang Gemeindeammann gewesen war.

Susanne Hochuli hielt die Laudatio für Kurt Hochuli, der 20 Jahre lang Gemeindeammann gewesen war.

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An der Einwohnergemeindeversammlung von Montagabend nahmen so viele Stimmberechtigte teil, dass die letzten Stühle in der Mehrzweckhalle zusammengesucht werden mussten, damit alle Platz fanden. Trotzdem waren die ersten sechs Geschäfte schnell abgehandelt (s. Kästchen). Mehr zu reden gab das Traktandum «Verschiedenes und Umfrage».

Der Souverän folgte dem Gemeinderat diskussionslos

Die ersten sechs traktandierten Geschäfte wurden schnell und ohne Diskussion abgehandelt. Die Jahresrechnung weist einen Überschuss von 194 000 Franken aus. Einerseits musste für die Pflegefinanzierung und die soziale Wohlfahrt weniger aufgewendet werden als vorgesehen, andererseits trugen höhere Steuereinnahmen zum erfreulichen Ergebnis bei. Das Eigenkapital beträgt rund 2,4 Millionen Franken. Davon muss aber im laufenden Jahr gezehrt werden. Jahresrechnung, Kreditabrechnung der Generellen Entwässerungsplanung GEP und Rechenschaftsbericht wurden diskussionslos genehmigt. Unbestritten war auch die Einbürgerung von Esther Jeannine Hommes. Auch der Fusion der Zivilschutzorganisation Suhrental und der Bevölkerungsschutzregion Uerkental sowie der Regionalen Führungsorgane Suhrental und Uerkental wurde unter Genehmigung der Satzungen zugestimmt. Von 850 Stimmberechtigten waren 134 Personen anwesend.

Ehrung für den «Gnossi-Kürtu»

Auch Regierungsrätin Susanne Hochuli wohnte der Versammlung bei. Sie war jedoch nicht nur gekommen, um über die Geschäfte abzustimmen. Unter dem Punkt «E Rose für öpper o öis» hielt sie eine Laudatio für Kurt Hochuli. Launig erzählte Susanne Hochuli aus seinem Leben des «Gnossi-Kürtu», der für seine Verdienste im Dorf mit einer Rose und Reisegutscheinen geehrt wurde.

Über die geplante Abfallgebühr informierte Gemeinderat Rolf Trösch. Vorgesehen ist eine gewichtsabhängige Gebühr, über welche später in einer Informationsveranstaltung genau orientiert werden soll. Aus dem Saal gab es kritische Stimmen gegen dieses System. Weshalb man denn ausgerechnet der gewichtsabhängigen Gebühr den Vorzug gebe, obwohl diese nur in wenigen Gemeinden angewendet werde. Trösch wies auf gerechtere Kosten hin: «Manchmal hat es in einem Sack nur zwei Kilogramm Abfall drin.» Zu diesem Thema wird es eine Orientierungsversammlung geben.

Neuer Schulraum bis 2014

Gemeinderätin Heidi Müller stellte den Zeitplan für den Schulhausumbau vor. Durch die Umstellung auf sechs Jahre Primarschule wird ein zusätzliches Klassenzimmer benötigt. Ausserdem müssen Gruppenräume, Musik- und Fachlehrerzimmer eingerichtet werden, Schulleitung und Hauswart brauchen Büros. Ab dem Schuljahr 2014/15 werden in der Oberstufe vier Klassen in Reitnau unterrichtet, drei in Staffelbach. Ausgebaut werden muss auch der Kindergarten. «Im kommenden Schuljahr werden etwa 47 Kinder den Kindergarten besuchen», berichtete Müller. Der Kreditantrag erfolgt an der Gemeindeversammlung im November, die Schulräume sollen bis Sommer 2014 fertig gestellt sein.

Für die Pausenplatz- und Zentrumsgestaltung besteht eine Projektgruppe, welcher auch Vertreter von Vereinen angehören. Sie hat die Gestaltung angepasst und die Kosten neu ermittelt. Wenn möglich wird auch dieser Kredit im November zur Genehmigung vorgelegt.

Emotionen beim Thema Widenmoos

Viel zu diskutieren gab das Votum eines Stimmbürgers betreffend Teilrevision des Gestaltungsplans Widenmoos. Auf die Einsprachen sei nicht richtig eingegangen worden, die Gemeinde habe falsch informiert und auf Anfragen nicht reagiert. Dem widersprach Gemeindeammann Regina Lehmann: «Die Einsprachen wurden anwaltlich geprüft und liegen nun in Aarau. Das Geschäft ist entschieden.» Um den Frieden im Dorf zu wahren, stellte Susanne Hochuli den Ordnungsantrag, die Parteien sollen nochmals zusammensitzen. Dieser wurde vom Souverän angenommen.