Bottenwil

Die Paralympics sind sein Ziel

Roger Bolliger in der Bahn.

Roger Bolliger in der Bahn.

Roger Bolliger aus Bottenwil ist Para-Radrennfahrer. In letzten Jahr brach er den Schweizer Rekord im Zeitfahren. Doch die vergangenen Weltmeisterschaften in Holland verliefen für Roger Bolliger nicht wie gewünscht.

In den vergangenen Tagen kämpfte Roger Bolliger aus Bottenwil um drei Weltmeistertitel im Para-Cycling auf der Bahn. In Holland war er, genauer in Apeldoorn. Roger Bolliger ist Para-Radrennfahrer. Vor 13 Jahren verlor er durch einen Arbeitsunfall in einer Käserei seinen rechten Oberschenkel. Die Liebe zum Sport und zur Bewegung brachten ihn zum Radrennfahren. Die Leidenschaft dafür packte ihn so sehr, dass er es bis in die Nationalmannschaft schaffte. Vor einem Jahr verbesserte er an den Weltmeisterschaften in Mexiko seinen persönlichen Rekord im Zeitfahren um 20 Sekunden und schaffte damit einen neuen Schweizer Rekord. Er kehrte mit Topresultaten nach Hause zurück. An den diesjährigen Weltmeisterschaften ging der 40-Jährige deshalb mit grossen Hoffnungen an den Start.

Roger Bolliger, wie ist es Ihnen an den Weltmeisterschaften ergangen?

Roger Bolliger: Die WM lief für mich nicht wie gewünscht. Ich war wegen einer Erkältung gesundheitlich etwas angeschlagen und konnte so mein Potenzial nicht zu 100 Prozent abrufen.

Sie sind enttäuscht.

Es ist frustrierend, wenn man weiss, wie man sonst zwäg ist. Ich wusste, welche Zeiten ich im Training herausgefahren hatte. Bei der Disziplin 1000 Meter Einzelverfolgung bin ich zudem technisch nicht ganz sauber gefahren. Im 3 Kilometer Verfolgungsrennen fuhr ich technisch zwar gut, aber die Zeit reichte nur zu Rang 11 von 19 Fahrern. Im letzten Rennen belegte ich den 6. Rang, was für mich ein versöhnliches Resultat war.

Die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 sind das Ziel. Brechen Sie bis dahin noch mehr Rekorde?

Nein, grundsätzlich bin ich nicht auf Rekorde aus. Für mich ist es sehr wichtig, dass ich in den Rennen viele Quotenpunkte sammeln kann, mit denen ich mich für die Paralympischen Spiele qualifizieren kann.

Wie geht Ihre Saison jetzt weiter?

Die WM war der Abschluss der Rad-Saison auf der Bahn. Jetzt beginnt die Saison auf der Strasse, verschiedene Weltcuprennen stehen an. Im August kommt es dann zur Weltmeisterschaft auf der Strasse in Nottwil.

Sie wohnen in Bottenwil und trainieren im Velodrome Suisse in Grenchen. Das ist ein enormer Zeitaufwand.

Der Zeitaufwand für den Sport ist sehr gross, das stimmt. Auch der Materialaufwand ist gross. Da ich mit meinem Sport nichts verdiene, arbeite ich noch in einem 50-Prozent-Pensum in der Buchhaltung einer Werbetechnik-Firma. Daneben trainiere ich rund drei bis vier Mal in der Woche, manchmal auch mehr, auf der Bahn. Für die Strassensaison sind fünf Trainings pro Woche geplant. Ich muss diesen Aufwand auf mich nehmen, wenn ich mit der Weltelite mitfahren will. Ich bin deshalb immer noch auf der Suche nach Sponsoren.

Wie wichtig ist Ihnen der Sport?

Er ist mir sehr wichtig. Ich war vor meinem Arbeitsunfall Leiter im Turnverein, spielte Faustball in der Nationalliga B und betätigte mich auch sonst gerne polysportiv. Für mich hat der Sport eine Ventilfunktion und er tut mir gut. Nach dem Unfall musste ich mich neu orientieren, schauen, was möglich ist und was nicht. Das Para-Radfahren hat mich dann sofort gepackt und macht nun einen sehr grossen Teil meines Lebens aus.

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