Fall Keller

Die Odyssee geht weiter: Die Familie Keller muss bei Grossrat Schmid ausziehen

Familie Keller bei Grossrat Schmid (Archiv)

Familie Keller bei Grossrat Schmid (Archiv)

Die gestrandete Familie Keller muss bei Grossrat Samuel Schmid ausziehen, weil dieser die Unterkunft für andere Gäste braucht. Wer den Aufenthalt im Gästehaus des Politikers bezahlt, ist unklar.

Nächste Woche braucht Samuel Schmid das Zimmer der Kellers für andere Gäste – die Familie muss gehen. Ins Gästehaus des Politikers ist Josef Keller mit seiner Familie kurz vor Weihnachten eingezogen, nachdem seine Bleibe zwangsgeräumt wurde und er die Notunterkunft der Gemeinde Reinach ausschlug (die azAargauer Zeitung berichtete).

Eine erste Rechnung haben Kellers bereits bekommen. 1400 Franken kostete der Aufenthalt in Biberstein bis Ende 2011. Das sind rund 30 Prozent weniger als der normale Tarif. «Wir wollen der Familie damit entgegenkommen», sagt Schmid. Josef Keller kann aber auch das nicht bezahlen. Seine Begründung: «Wir bekommen seit Mittwoch nur noch die Nothilfe von 8 Franken pro Tag.»

Muss Reinach zahlen?

Berappen muss den Aufenthalt aus Kellers Sicht die Gemeinde Reinach. Gemeindeschreiber Peter Walz sagt dazu: «Wir werden kaum bereit sein, die Kosten für die Unterkunft zu bezahlen, da wir von Kellers nie ein Gesuch um Kostengutsprache erhalten haben.» Ausserdem bekam die Familie eine Notunterkunft, die sie aber ablehnte.

Anfang Woche wollte Keller den Schlüssel dann trotzdem abholen. Er bekam ihn nicht. Walz erklärt, dass die Behörden vor der Schlüsselübergabe mit der Familie zusammensitzen wollen, um die Modalitäten klar zu regeln und ein Übergabeprotokoll zu unterschreiben. Darin solle auch der Zustand der Wohnung mit Fotos festgehalten werden.

Weil ihm die Gemeinde den Schlüssel verweigerte, teilte Keller mit, dass seine Familie nun offiziell obdachlos sei und unter dem Existenzminimum leben müsse – «das bei Minusgraden und Sturm». Er wohne zwar noch im Bibersteiner Gästehaus, aber auch dort nur noch geduldet. Sein Wunsch ist eine betreute Wohnung. Ob Reinach die Kosten dafür trägt, wird nächste Woche entschieden.

Nero sucht ein neues Plätzchen

Beruhigt hat sich die Lage einzig im Gontenschwiler Tierheim. Dort lebt der Hund der Kellers seit Mitte Dezember. Lange musste die Leiterin des Tierheims, Jeanette Eggenberger, auf die Verzichterklärung für Nero warten. Nun ist sie eingetroffen, und Eggenberger kann ein neues Zuhause für Nero suchen. Die Kosten für Aufenthalt und Impfung des Hundes wurden von Spendern übernommen.

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