Burg AG
Die Oberwynentaler Gemeinde will wachsen können

Bis zum 16. September liegen Nutzungsplanung und Potenzialstudie zur Aufwertung des Dorfkerns auf. An der öffentlichen Versammlung vom Mittwochabend orientierten Planer und Behörde die Bevölkerung.

Peter Weingartner
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Idylle auf dem Dorfplatz der Oberwynentaler Gemeinde Burg.

Idylle auf dem Dorfplatz der Oberwynentaler Gemeinde Burg.

Peter Weingartner

In Burg sind 27 Prozent der Bauzonen nicht überbaut. Das ist kantonale Spitze: In Aargau Süd sinds 22, im ganzen Kanton gar nur 12 Prozent. Dennoch akzeptiert der Gemeinderat die vom Kanton geforderten Auszonungen nicht. Warum? «Die nicht überbauten Gebiete liegen verstreut in allen Zonen», sagte Gemeindeammann Marcel Schuller an der Orientierungsversammlung am Mittwoch, «und zwar meist in einer Zone, wo Einfamilienhäuser gebaut werden können.» Statt Auszonungen von 2,8 Hektaren Bauland könnte der Gemeinderat zu 1,6 Hektaren Ja sagen.

Pflicht zum Gestaltungsplan

Das Areal Sandgasse Süd ist für Planer und Gemeinderat ein Schlüsselareal. Der für die landwirtschaftliche Nutzung geeignetste Teil soll ausgezont, der Rest, 1,2 Hektaren, der Gestaltungsplanpflicht unterstellt werden. Eine Entwicklungsstudie der Eigentümer, der Burger Immobilien AG, liege bereits vor. Die Idee im Sinne haushälterischen Umgangs mit dem Boden, aber auch mit dem Hintergedanken, neue Bewohner anzuziehen: kleine Parzellen im Eigentum, gemeinschaftliche Infrastruktur, effiziente Bauweise. Planer denken an Reihenhäuser, Terrassierung, Südorientierung. Mit der Auszonung von 0,5 Hektaren im Gebiet Rüteli soll das zu grosse Siedlungsgebiet reduziert werden.

Aus der Wohn- und Gewerbezone in eine Arbeitszone umgezont werden sollen die Grundstücke der Firma Eichenberger Gewinde AG. Planer Thomas Meier wies an der von rund 40 Personen besuchten Versammlung auf Änderungen in der Bau- und Nutzungsordnung hin. So gälten in der Dorfkernzone weniger detaillierte Vorschriften als bisher; dafür sei die Entwicklungsstrategie für diese Zone zu beachten.

Sicherheit ist ein Thema

Eine «Aufwertung des Dorfzentrums» ist das Ziel einer Potenzialstudie und Entwicklungsstrategie. Planerin Barbara Gloor stellte sie vor. Ein Thema ist die Sicherheit. «Das Tempo im Dorfkern muss heruntergeholt werden», sagte sie. Dabei sind drei Varianten denkbar. Wie bis anhin Tempo 50, allerdings mit Bäumen, Parkplätzen oder Seitenstreifen als Trottoir-Ergänzung. Mit wenig Aufwand wäre auch die Variante Tempo 30 zu realisieren. Ein Ansinnen, das, so Marcel Schuller, von einzelnen Quartieren schon vorgebracht worden sei. Der Rat hat deshalb einen Auftrag zur Kostenschätzung für flächendeckend Tempo 30 erteilt, der an der Novembergmeind vorliegen sollte. Am weitesten geht die dritte Variante: Tempo 20 im Dorfkern. Das heisst Begegnungszone, wo Fussgänger Vortritt haben. Hier wären bauliche Massnahmen zwingend. Die Sicherheit ist nicht nur im Zentrum ein Thema. So habe die Sanierung der Kantonsstrasse die Situation «verschlimmbessert», meinte ein Votant. Lastwagen und Kinder vertragen sich schlecht.

Im Sommer 2015 vor Gmeind

Die Potenzialstudie ist nicht verpflichtend für die privaten Grundbesitzer im Dorfzentrum. «Es geht darum, bei geplanten Veränderungen zu beraten und unsere Vorstellungen einzubringen», sagte Marcel Schuller. Bis zum 16. September können schriftliche Eingaben gemacht werden. An der Sommergmeind 2015 sollte die Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland, nach der kantonalen Vorprüfung und eventuellen Einspracheverhandlungen, vor die Stimmbürger kommen.

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