Ausbaupläne WSB
Die Oberkulmer wollen nicht für ein Lichtsignal zahlen

Ein Lichtsignal gibt bei den Ausbauplänen der WSB am meisten zu reden. Die Gemeinde soll sich an den Kosten des geplanten Fussgängerstreifens mit Lichtsignal beteiligen, der über die Kantonsstrasse führen soll. «Das wollen wir nicht», reklamierte ein Oberkulmer

Sibylle Haltiner
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Ein Lichtsignal gibt bei den Ausbauplänen der WSB am meisten zu reden. (Symbobild)

Ein Lichtsignal gibt bei den Ausbauplänen der WSB am meisten zu reden. (Symbobild)

Sandra Ardizzone

Wer in Oberkulm wohnt und mit der WSB fährt, hat die Wahl zwischen den Haltestellen Post und Hauptbahnhof. Dazwischen liegen nur gerade 650 Meter: eine Luxussituation. Nun plant die AAR bus + bahn zwischen den heutigen Haltestellen einen neuen Zentralbahnhof mit Kreuzungsstelle für 120 Meter lange Züge und lud am Freitagabend zu einer Infoveranstaltung. Ein Mitbestimmungsrecht haben die Oberkulmer allerdings nicht, da die Gemeinde nicht bezahlen muss. Die Bahninfrastruktur wird nämlich nach der Annahme der «Fabi»-Vorlage vom Bund finanziert.

Behindertengerecht und lang

Bereits seit mehreren Jahren verfolgt AAR bus + bahn das Projekt. «Es wurde immer weiterentwickelt und wir haben verschiedene Varianten geprüft», erklärte Direktor Mathias Grünenfelder. Nun ist ein neuer Bahnhof geplant, bei welchem zwei 120 Meter lange Züge kreuzen können. Ausserdem soll er die Anforderungen der Behindertengleichstellung erfüllen und über einen sicheren Zugang zum Perron sowie einen gedeckten Wartebereicht verfügen. Mit Zufahrt via Schrägweg entstehen Veloabstell- sowie Kurzzeitparkplätze. Auf dem Gelände des heutigen Hauptbahnhofs werden für die WSB-Kunden Langzeitparkplätze zur Verfügung stehen.

Ausserdem werden insgesamt vier Bahnübergänge saniert und mit Barrieren gesichert. Die AAR bus + bahn rechnet mit Kosten von insgesamt etwa 12,5 Mio. Franken. Dank «Fabi» muss die Gemeinde nur einen Anteil an die Sanierung der Strassenübergänge zahlen, nicht aber an den neuen Bahnhof. Das Vorprojekt ist abgeschlossen, für Ende August ist die Eingabe beim Bundesamt für Verkehr BAV geplant. Bereits jetzt beginnen die Landverhandlungen, läuft alles problemlos, darf die Baubewilligung im September 2017 erwartet werden. Ende 2018 soll der neue Bahnhof in Betrieb genommen werden.

Am Infoanlass, der von rund 80 Personen besucht wurde, war die Reduktion von zwei Haltestellen auf einen Zentralbahnhof kein grosses Thema. Allen Teilnehmern war bewusst, dass dieser Entscheid bereits gefällt war. Trotzdem hätte ein Votant gerne eine Konsultativabstimmung durchgeführt, um zu sehen, wie gross die Akzeptanz tatsächlich ist. Dem Antrag wurde jedoch nicht stattgegeben, die tatsächliche Präferenz der Anwesenden blieb unbekannt.

Lichtsignal verursacht Kosten

Mehr zu reden gab der beim Bahnhof geplante Fussgängerstreifen mit Lichtsignalanlage über die Kantonsstrasse, an welcher sich die Gemeinde finanziell beteiligen müsste. «Darüber haben wir bereits einmal abgestimmt, das wollen wir nicht», reklamierte ein Oberkulmer. Mathias Grünenfelder wies darauf hin, dass die WSB für die Fussgänger eine Schutzinsel zwischen Strasse und Geleisen bauen wird. «Wie der Übergang über die Hauptstrasse gelöst wird, ist aber schliesslich Sache des Kantons», erklärte er.