Kölliken
Die Neugestaltung des Kölliker Museums braucht noch etwas Geduld

Die Museumskommission wurde überrascht von der Menge an Gegenständen, die sich in den 25 Jahren, seit das «Salzmehuus» als Museum genutzt wird, angesammelt haben. Jetzt muss die Sammlung wieder eine Grösse bekommen, die zu bewältigen ist.

Lilly-Anne Brugger
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Im Dorfmuseum werden alle Exponate genau angeschaut und geputzt. Hier kümmert sich Erika Bohner um alte Wäsche und Hüte.

Im Dorfmuseum werden alle Exponate genau angeschaut und geputzt. Hier kümmert sich Erika Bohner um alte Wäsche und Hüte.

Lilly-Anne Brugger

Unter dem frisch gedeckten Schilfdach des Strohhauses in Kölliken wird gearbeitet. Leise und ohne grosse Geräusche, dafür stetig und immer wieder. Die Mitglieder der Museumskommission und Dominik Sauerländer und Susanne Mangold vom Büro für Geschichte putzen die Exponate und nehmen jedes Stück genau unter die Lupe. Sie wurden überrascht von der Menge an Gegenständen, die sich in den 25 Jahren, seit das «Salzmehuus» als Museum genutzt wird, angesammelt haben. Hinter Zwischenwänden, in Schränken und unter Vitrinen versteckt haben die Kommissionsmitglieder Objekte gefunden. «Das digitale Inventar des Museums ist sehr gut», lobt der Historiker Dominik Sauerländer. Trotzdem tauchten die einen oder anderen Dinge auf, von denen auch die Kommissionsmitglieder nicht mehr gewusst haben, dass sie in ihrer Sammlung existieren.

Entsorgen oder konservieren

Gemeinsam mit Dominik Sauerländer und Susanne Mangold hat die Museumskommission alle Objekte angeschaut und entschieden, was mit ihnen passieren soll: Weiterhin ausstellen im Museum, entsorgen, weil der Zahn der Zeit genagt hat, oder aufbewahren im externen Lager. «Schlussendlich soll die Sammlung wieder eine Grösse bekommen, die auch bewältigt werden kann», sagt Susanne Mangold. Bei der Grösse, auf die die Sammlung in den vergangenen 25 Jahren angewachsen ist, wäre dies nicht möglich gewesen. Weil die Kommissionsmitglieder nicht mit so vielen Objekten gerechnet haben, dauert es nun länger als geplant, um die Dauerausstellung zu erneuern. Das Museum kann nicht Ende Oktober wiedereröffnet werden, sondern erst im Frühling des nächsten Jahres. Gleichzeitig gibt dies auch den Handwerkern mehr Zeit, um das Material für die neue Belichtung zu bestellen und einzubauen. «Wir werden dieses Jahr so lange weiterarbeiten, bis die Kälte uns aus dem ungeheizten Strohhaus vertreibt», sagt Christoph Haller, Präsident der Museumskommission. Deshalb ist er überzeugt, dass der neue Termin zur Wiedereröffnung Ende April eingehalten werden kann.

Ein Museum für Familien

Da mit der neuen Dauerausstellung das Museum neu strukturiert wird, sind bereits erste Exponate in andere Räume gebracht worden. «Hier auf dem Dachboden werden wir uns dem Thema Arbeit widmen», sagt Susanne Mangold. Altes Handwerk, aber auch Landwirtschaft und Industrie werden unter dem Dach des 1802 erbauten Hochstudhauses gezeigt. Dabei soll es auch möglich sein, verschiedene Exponate selber auszuprobieren. «Wir möchten das Museum attraktiv gestalten für Familien oder Schulklassen», erklärt Dominik Sauerländer. Das Erdgeschoss wird wie gewohnt das bäuerliche Leben und Wohnen zeigen. Ausserdem wird die umfangreiche Sammlung zur Frühgeschichte Köllikens neu im Erdgeschoss gezeigt. Das Obergeschoss wird auch weiterhin für Wechselausstellung genutzt. Der Anfang wird eine Ausstellung sein, die spezielle Gegenstände aus der Dorfgeschichte Köllikens zeigt. «Da wir in den vergangenen Monaten die Exponate genau angeschaut haben, sind wir auf einige spezielle Gegenstände gestossen», verspricht Sauerländer.