Reinach/Muri

Die Müll-Prinzessin wird zur Königin – Karin Bertschi bald Chefin von vier Recycling-Paradiesen

Karin Bertschi ist ab Frühling Chefin von etwa 20 Angestellten.

Karin Bertschi ist ab Frühling Chefin von etwa 20 Angestellten.

SVP-Grossrätin Karin Bertschi eröffnet in Muri ein weiteres Recycling-Paradies. Und das bereits Mitte Dezember. Sie bezeichnet die Filiale im Freiamt als Herzensangelegenheit.

«Ich bin die Müll-Prinzessin», sagte Karin Bertschi (damals 21) anfangs 2012. Damals leitete sie erst ein Recycling-Paradies, dasjenige in Reinach (eröffnet 2010). Im nächsten Frühling wird sie Chefin von vier derartigen Anlagen sein. Neben Reinach ist Hunzenschwil im Betrieb, Spreitenbach im Bau und – wie am Donnerstag offiziell bestätigt wurde – überraschenderweise Muri vor der Eröffnung. Aus der Aargauer Müll-Prinzessin ist die Aargauer Müll-Königin geworden. Die kantonale Nummer 1, wenn es um die Entsorgung von privaten, recycelbaren Abfällen geht. Den Titel «Müll-Königin» würde sie (heute 28) allerdings nicht in den Mund nehmen – schliesslich will die Wynentalerin nicht überheblich wirken.

Karin Bertschi ist Geschäftsführerin der Recycling Paradies AG. Die Firma ist 2011 aus der Bertschi Mulden+Container AG (Reinach) entstanden. Sie gehört zu gleichen Teilen Karin Bertschi und ihren drei Geschwistern. Bruder Dani war denn auch dabei, als am Mittwoch der Vertrag mit Muri unterschrieben wurde. Die Firma Recycling-Paradies erhielt den Zuschlag zum Betrieb einer zentralen Abfallsammelstelle. «Die Vergabekriterien wurden mit 70 Prozent Preis und 30 Prozent Qualität festegelegt», heisst es in einer Medienmitteilung.

Eingerichtet wird das «Paradies» im ehemaligen Werkhof des Baugeschäfts «P. Weiss+Co AG». Diesen haben die Bertschis letztes Jahr erworben. Bereits im Sommer hat – wie bisher nicht bekannt war – die Gemeinde ein Umnutzungsgesuch bewilligt. Darum geht jetzt alles sehr schnell. Schon am 15. Dezember ist Eröffnung. Und Ende Jahr wird die bisherige Gemeindesammelstelle geschlossen.

Karin Bertschi bezeichnet die Filiale im Freiamt als Herzensangelegenheit. Sie sagt: «Ursprünglich war vorgesehen, dass wir zuerst Spreitenbach eröffnen und dann einige Monate später Muri. Nun standen in Muri alle Ampeln auf Grün. Die Gemeinde unterstützt uns in allen Belangen grossartig.» Ein Vorteil sei, dass sie in eine bestehende Halle einziehen könnten. In Spreitenbach muss diese gebaut werden. Die Eröffnung ist für Frühling geplant.

Karin Bertschi hatte zuletzt in ihrer Funktion als SVP-Politikerin für Schlagzeilen gesorgt: Die Grossrätin verzichtete auf eine Kandidatur an den Nationalratswahlen 2019.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

Meistgesehen

Artboard 1