Uerkheim
Die Madonna von Uerkheim schafft es in einen deutschen Reiseführer

Ein deutsches Buch über die Schweiz beschreibt nicht die bekannten Aargauer Sehenswürdigkeiten wie Schlösser und Altstädte, sondern Trouvaillen wie die Madonna aus Uerkheim.

Beat Kirchhofer
Drucken
Teilen
Die Madonna von Uerkheim schaffte es in einen deutschen Reiseführer. (ZVG)

Die Madonna von Uerkheim schaffte es in einen deutschen Reiseführer. (ZVG)

AZ

«111 Orte, die man gesehen haben muss», heisst eine Buchreihe des deutschen Emons-Verlags. 229 Bände sind bisher erschienen; allerdings nicht alle zu Ländern, Städten und Regionen, sondern auch mit Titeln wie «111 deutsche Weine, die man getrunken haben muss» oder «111 Rezepte aus Italien, die man gekocht haben muss».

Die Schweiz ist in dieser Serie, die Besonderheiten fernab der Touristenströme vorstellen will, mit je einem Buch zum Aargau und zu Graubünden vorerst sehr schmal vertreten. «Malerische Altstädte, modernste Forschungszentren, lebendige Open Airs, artenreiche Naturparadiese», heisst es auf dem «Waschzettel», des Verlags. Doch das «Wasserschloss der Schweiz» biete neben den bekannten Perlen noch viel mehr: So eine Madonna, die baden ging.

Damit spricht Autorin Ursula Kahi eine der sieben Doppelseiten zu Sehenswürdigkeiten in der Region Zofingen an: Das Glasfenster der Mondsichelmadonna in der Kirche Uerkheim. Die 1520 entstandene Madonna ist schön anzuschauen und mit einer Kriminalgeschichte verbunden (Autorin Kahi verfasst ansonsten Krimis). Das Chorfenster wurde 2001 entwendet, und zwar vom Elsässer Stéphane Breitwieser, der sich in 117 Museen, Schlössern und Kirchen in sieben europäischen Ländern «bediente». Als Breitwieser erwischt wurde, entledigte sich dessen Mutter der «Sammlung», darunter die Madonna (die baden ging) im Rhein-Rhone-Kanal. 2013 kehrte sie restauriert nach Uerkheim zurück.

Aktuelle Nachrichten