Reinach AG
Die Lust auf mehr ist ungebrochen

Eishockey: Das Frauen-Team des SC Reinach bleibt in der obersten Spielklasse, doch so richtig positiv fällt die Saisonbilanz nicht aus: Die Lust auf mehr, ohne Abweichen vom Kurs, ist spürbar.

Daniel Monnin
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Auch dieser Treffer des SC Reinach hat zum Ligaerhalt beigetragen.

Auch dieser Treffer des SC Reinach hat zum Ligaerhalt beigetragen.

Andi Saxer

Klar definieren lässt sich die Gemütslage der Reinacher Teamverantwortlichen nach der überzeugenden 3:0-Bilanz in den Playouts gegen Weinfelden nicht. Es ist eine Mischung aus Zufriedenheit und positiver Selbstkritik, die Sportchef Patrick Brunner nach dem Saisonende in Worte zu fassen versucht. «Eine erste Bilanz fällt eher positiv als negativ aus und das stimmt uns für die nächste Saison zuversichtlich.»

Blenden wir zurück: Das Reinacher Frauen-Team startete mit wenig Kredit in die neue Saison. Ligaerhalt hiess die klare Devise, die noch vor dem Start der Masterround und dem punktemässig eher kleinen Rückstand auf den Strich in Playoff-Qualifikation geändert wurde. Es reichte nicht, und zwar am Ende doch recht deutlich.

Für Brunner keine Überraschung: «Wir waren uns jederzeit bewusst, dass wir mit unserem jungen Team – Durchschnittsalter um die 16 Jahre – neben guten Leistungen auch viel Glück brauchen werden, um unter die besten Vier zu kommen. Und mehrheitlich verletzungsfrei bleiben, das war leider nicht der Fall.» Trotz «Nachbesserungen» fehlten dem Team nach 20 Runden 10 Punkte und vor allem nicht erreichte Siege gegen die direkten Konkurrenten Bomo Thun, Université Neuchâtel oder Lugano.

Last besser verteilen

Kein Grund für Brunner, die Klubstrategie infrage zu stellen: «Wir werden auch in der kommenden Saison mit einem jungen Team an den Start gehen. Erste Kontakte zu weiteren Nachwuchsspielerinnen sind geknüpft.» Allerdings soll die Mischung aus bestandenen A-Spielerinnen und Nachwuchstalenten ausgeglichener als diese Saison sein, «sodass sich die Last besser verteilen lässt.» In die Karten schauen lassen will sich Patrick Brunner nicht: «Es ist noch viel zu vieles offen, noch läuft ja die Meisterschaft und andere Teams sind an den gleichen Spielerinnen interessiert wie wir.» Immerhin: Die «Lust auf mehr» ist bei den Reinacherinnen ungebrochen.

Riechsteiner hört auf

Eines ist sicher: Die 30-jährige Claudia Riechsteiner, ein echtes Reinacher Urgestein, weltweit bekannt geworden mit ihrem «Meisterschuss von Harbin», der dem Schweizer Nationalteam vor 12 Jahren sechs Sekunden vor Ende der entscheidenden Partie gegen China die Qualifikation für die Olympischen Spiele von Turin ermöglichte, wird ihre Schlittschuhe an den Nagel hängen. Das ist ein herber Verlust für die Wynentalerinnen, denn eine Spielerin wie Claudia Riechsteiner ist sowohl als Mensch wie auch als Sportlerin nicht so einfach zu ersetzen.