Holziken
Die Kleinen beissen auf Granit

Gemeinderat ist unzufrieden mit der Kostenverteilung bei der Regiowehr und sieht die Gemeinde wachsen.

Peter Weingartner
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Bei Anschaffungen bei der Regiowehr Suhrental haben die Gemeinden einen Sockelbeitrag von je 10 Prozent zu bezahlen. Zu viel, finden die kleinen Gemeinden Hirschthal, Holziken und Staffelbach. Sie wollen, dass die Kosten pro Einwohner verteilt werden.

Bei Anschaffungen bei der Regiowehr Suhrental haben die Gemeinden einen Sockelbeitrag von je 10 Prozent zu bezahlen. Zu viel, finden die kleinen Gemeinden Hirschthal, Holziken und Staffelbach. Sie wollen, dass die Kosten pro Einwohner verteilt werden.

wpo

Die Gemeindeversammlung von Holziken hat am Montagabend alle traktandierten Geschäfte mit grossem Mehr genehmigt. Mit einem Kredit von 480 000 Franken für die vollständigen Architektur- und Fachplanerleistungen ist die Voraussetzung geschaffen für den Neubau eines Schul- und Kindergartengebäudes in der Hueb. Das bestehende Schulhaus wird abgerissen. Der Baukredit soll an der Sommergemeindeversammlung 2016 vorgelegt werden.

Die Lämmli Architektur AG Aarau erhielt den Zuschlag. Sie erhielt von den fünf Architekten, die ein Angebot machten, gemäss Kriterien, unter denen der Preis mit 60 Prozent am stärksten gewichtet wurde, am meisten Punkte: 480 von 500 möglichen. Wie schnitten die Mitbewerber ab? Das konnte der Gemeinderat am Montag aus Datenschutzgründen nicht verraten.

Kleine gegen Sockelgebühr

Das zweite Kreditbegehren – 104253 Franken an ein neues Tanklöschfahrzeug der Regiowehr Suhrental – liess Gemeindeammann Peter Lüscher etwas ausholen. Gemäss geltender Vereinbarung zwischen den Gemeinden Hirschthal, Holziken, Schöftland und Staffelbach haben die Gemeinden bei Anschaffungen einen Sockelbeitrag von je 10 Prozent zu bezahlen. Der Rest ist einwohnerabhängig abzugelten. Die kleinen Gemeinden Hirschthal, Holziken und Staffelbach sehen den Sinn des Sockelbeitrags nicht ein. «Jeder Bürger der vier Gemeinden hat das Recht auf die gleiche Leistung», argumentierte Peter Lüscher, also soll man die Kosten auf die Köpfe verteilen.

Würde allein auf die Einwohnerzahl abgestellt, müsste Schöftland mehr bezahlen. Da eine Änderung des Vertrags Einstimmigkeit verlangt, ist Schöftland am längeren Hebel. Man habe noch vor einer Woche das Gespräch gesucht, sagte Lüscher. Dabei habe Schöftland auf die Kündigungsfrist Ende Jahr verwiesen und keinen Spielraum gelassen. «Es war keine Verhandlung um einen Kompromiss, sondern eine Befehlsentgegennahme», sagte Peter Lüscher.

Trotzdem sprach sich der Gemeinderat für das neue Fahrzeug aus, denn man wolle nicht die Mannschaft bestrafen dafür, dass sich die politische Behörde nicht einigen könne. Und ein Austritt aus der Regiowehr sei keine Option, zumal man mit der Leistung der Wehr zufrieden sei. Lüscher hofft auf eine gütliche Lösung im Sinne einer Vertragsänderung im nächsten Jahr.

Wachstum programmiert

Der Gemeinderat orientierte über die Erschliessung des Gebiets «im Labi». Sie soll bis im Frühling erfolgt sein, worauf die Baugesuche für eine Überbauung zu erwarten seien. Bis zu 100 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern sind vorgesehen. «Ein massiver Zuwachs für unser Dorf; wir hoffen auf nicht belastende Bürger», meinte Peter Lüscher.

Das Budget 2016 schliesst mit Aufwand und Ertrag von je knapp fünf Millionen Franken ausgeglichen ab. Mehrausgaben in der Bildung und bei der sozialen Sicherheit von 192 000 Franken stehen Mehreinnahmen beim Kiesaubbau und bei den Steuern von 169 000 Franken gegenüber. Der Steuerfuss bleibt wie gehabt bei 106 Prozent.

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