Wynental
Die Jugendarbeit steht wieder ohne Raum da

Teufenthal hat den Austritt aus der Regionalen Jugendarbeit Wynental gegeben, Oberkulm zieht es in Betracht. Nun sind auch noch die Räumlichkeiten gekündigt.

Rahel Plüss
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Die Jugendarbeit bietet Raum, sich kulturell auszudrücken – etwa beim Projekt mit Filmemacher Cyril Ziffermayer. zvg

Die Jugendarbeit bietet Raum, sich kulturell auszudrücken – etwa beim Projekt mit Filmemacher Cyril Ziffermayer. zvg

Nur wenige Oberkulmer Jugendliche nutzen das Jugendkulturhaus KK13 in Menziken. Das Interesse am Angebot der Regionalen Jugendarbeit Wynental scheint gering. Für den Oberkulmer Gemeinderat ist deshalb klar: Sollten nicht innert nützlicher Frist wieder mehr Jugendliche aus dem Dorf nach Menziken gehen, ist eine weitere finanzielle Beteiligung am Angebot ernsthaft infrage gestellt. «Angesichts der angespannten Finanzsituation sind wir gezwungen, zu überlegen, wo wir Ausgaben einsparen können», sagt Gemeindeammann Edmund Studiger.

Ganz sang- und klanglos will man die Mitgliedschaft im Verein Regionale Jugendarbeit Wynental denn aber doch nicht kündigen. Der Gemeinderat hat einen Aufruf gestartet, in dem er die Jugendlichen dazu anhält, das Angebot doch wieder stärker zu nutzen.

Teufenthal tritt per Ende 2016 aus

Oberkulm steht mit seiner Kritik nicht alleine da: Die Gemeinde Teufenthal hat bereits die Kündigung eingereicht. Sie tritt aus dem Verein – dem aktuell die neun Gemeinden aus dem Wynental plus Birrwil angehören – per Ende 2016 aus. Die Begründung ist ähnlich. Die Jugendlichen sind wenig Richtung Oberwynental orientiert. Das Angebot wird schlecht genutzt.

Den Effekt der Regionalen Jugendarbeit Wynental nur aufgrund von Teilnehmerzahlen an Events zu messen, findet der Vereinspräsident und Zetzwiler Gemeinderat, Claudio Zanatta, falsch. «Wir sind ja nicht Disco-Veranstalter», so Zanatta. Die Jugendarbeit sei vielschichtig und bestehe vor allem darin, Aufklärungsarbeit zu leisten und den Jugendlichen Raum und Möglichkeiten zu geben, selbstständig etwas machen zu können.

Für Meinrad Dörig, Leiter der Regionalen Jugendarbeit Wynental, bräuchte es jetzt einfach ein bisschen mehr Schnauf. «Wir befinden uns mitten in einem Strategiewechsel, in einem Prozess von einem Jugendkulturhaus hin zu einer Regionalentwicklung für Jugendliche.» Eine solche Strategieänderung brauche mindestens drei Jahre Zeit. Die Suche nach neuen Räumlichkeiten vor zwei Jahren und der personelle Wechsel vor Jahresfrist hätten die Sache nicht gerade beschleunigt.

Entgegen den Gewohnheiten im Tal

Hauptziel der Jugendarbeit ist es, Jugendlichen attraktive Möglichkeiten zu bieten, damit sie im Tal aktiv bleiben. Dabei liegt der Fokus gemäss Dörig nicht in erster Linie auf dem Angebot. Es gehe auch darum, zu eruieren, was die einzelnen Gemeinden, respektive die Kleinst-Regionen brauchen, um ihren Jugendlichen gerecht zu werden. Das müsse nicht bedeuten, dass alle an demselben Ort zusammenkämen. Denn, daraus macht Dörig keinen Hehl, dass die Jugendlichen aus dem mittleren Wynental nicht nach Reinach oder Menziken kommen wollen und umgekehrt, habe nicht mit der Jugendarbeit zu tun, sondern mit den gesellschaftlichen Gewohnheiten im Tal. Die beiden Mikroregionen durchmischten sich wenig. «Die Steuerung muss von den Gemeinden aus kommen», sagt Dörig. Seine Aufgabe sei es, die Anliegen umzusetzen und als Anlaufstelle für Jugendfragen und Jugendkultur im Wynental zu fungieren. «Dazu hat man mich vor einem Jahr angestellt.»

Räumlichkeiten gekündigt

Einen erneuten Schuss vor den Bug hat die Regionale Jugendarbeit Wynental just gestern erfahren: Die Alu Menziken, Inhaberin des Jugendkulturhauses KK13, hat dem Verein gekündigt. Die Kündigungsfrist betrage ein Jahr. Grund seien Reklamationen aus der Nachbarschaft.

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