«Was ist die Jagd?», fragte Bruno Wiederkehr die Vernissagebesucher am Samstagabend und gab gleich mehrere Antworten: «Kulturgut, Hobby, Tier- und Naturschutz, gesetzlicher Auftrag oder Lebensstil?» Die aktuelle Ausstellung «Jagdrevier 88» im Dachgeschoss des Dorfmuseums Gontenschwil kann helfen, eine Antwort zu finden. Realisiert hat sie die Museumskommission unter Mithilfe der Jäger. Federführend war Bruno Wiederkehr, der seit 25 Jahren zur Jagd geht und Jagdhunde ausbildet.

«Wir wollten eine Ausstellung machen, welche die Leute anspricht und die einen Bezug zum Dorf hat», erklärte René Würgler, Präsident der Museumskommission. Der Ausstellungsname «Jagdrevier 88» bezieht sich auf das Gontenschwiler Jagdgebiet. Die grosse Anzahl der Vernissagebesucher zeigte, dass das Thema viele Leute interessiert. Weder Werbeveranstaltung noch Hetzkampagne solle die Ausstellung sein, meinte Würgler und fügte hinzu: «Viele Leute denken, zur Jagd gehöre nur ‹in den Wald fahren, Flinte nehmen, schiessen, heimgehen›. Es steckt aber viel mehr dahinter.»

Sachliche Diskussionen erwünscht

Bruno Wiederkehr sprach auch die Jagdgegner an. «Diese behaupten in ihren Inseraten oft Unwahrheiten. Zum Beispiel, dass Rehe zu Tode gehetzt würden oder die Jäger ihre Hunde zum Eindringen in Fuchsbauten zwingen. Doch das Jagen liegt im Naturell der Hunde, sie müssen dazu nicht gezwungen werden.» Der Hundeausbildner und Jäger kann zwar die Argumente der Gegner akzeptieren, betont aber: «Man sollte sachlich diskutieren.» Allerdings gibt sich der Jäger auch selbstkritisch. Es dürfe natürlich nicht vorkommen, dass eine Katze mit einem Fuchs verwechselt und abgeschossen werde, wie dies kürzlich in Rothrist geschehen ist. «Hier müssen wir die Jäger besser sensibilisieren.»

Wiederkehr hat noch ein weiteres Problem bei der Akzeptanz der Jagd lokalisiert: «Viele Leute wissen heutzutage nicht mehr, woher das Fleisch kommt. Wir kaufen es abgepackt im Supermarkt und denken nicht daran, dass es jemanden geben muss, der das Tier zuvor getötet hat.»

Öffnungszeiten 1. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr, zusätzlich am Museumstag, 17. Mai