Holziken
Die IBAarau setzt auf Solarstrom – obwohl er unrentabel ist

Die IBAarau Kraftwerk AG will einen Beitrag an erneuerbare Energien leisten und plant auf dem Dach der Reithalle in Holziken die grösste Photovoltaikanlage in ihrem Versorgungsgebiet.

Barbara Vogt
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Das Dach der Reithalle Holziken ist 70 Meter lang und teilweise nach Süden ausgerichtet – ideal für die Gewinnung von Solarstrom.

Das Dach der Reithalle Holziken ist 70 Meter lang und teilweise nach Süden ausgerichtet – ideal für die Gewinnung von Solarstrom.

Toni Widmer/AZ Archiv

Gerade ein Drittel des produzierten Solarstroms von jährlich zirka 600 000 Kilowattstunden verkauft die IBAarau als Solarstrom. Die restliche Energie geht in das Standard Stromprodukt und wird zu diesem günstigeren Preis verkauft. Der Vergleich: Ein Bezüger von Solarstrom bezahlt 8 Rappen mehr pro Kilowattstunden als der Bezüger von herkömmlicher Energie.

Walter Harisberger, Geschäftsführer der IBAarau Strom AG, ist sich des Verlustgeschäfts mit Solarstrom bewusst. Trotzdem wolle man einen Beitrag an erneuerbare Energie leisten. Jährlich setzt die IBAarau Kraftwerke AG eine Million Franken für den Bau von Photovoltaikanlagen auf grossen Dachflächen frei.

Im Versorgungsgebiet der IBAarau wurden bereits zehn Objekte realisiert, unter anderem auf den Dächern der Turnhalle Küttigen, der Busgarage AAR bus+bahn in der Telli Aarau oder der Firma Trelco in Muhen.

Das jüngste Objekt: die Reithalle Holziken. Das Eternitdach der Halle ist 25 Meter breit und 70 Meter lang. Eine Seite richtet sich gegen Süden aus. Für die IBAarau perfekt, um eine Photovoltaikanlage darauf zu bauen und damit Solarstrom zu produzieren. Nicht alle grossen Dächer eignen sich laut Harisberger für Photovoltaikanlagen. «Diese sind schwer und die Dächer müssen ihr Gewicht aushalten können.» Das Reithallendach sei statisch gut ausgerichtet.

Vertrag mit Reitverein

«Wir sind stets auf der Suche nach grossen Dachflächen», sagt der Geschäftsführer. Kleine Dächer mit Solarpanels auszurüsten, mache wirtschaftlich keinen Sinn. Oft würden Besitzer von grossen Dachflächen der IBAarau anpreisen oder diese finde geeignete Objekte über google.earth.

Der Kontakt der IBAarau zur Reithalle entstand über den Besitzer, den Kavallerieverein Schöftland und Umgebung. Dort stiess das Projekt sofort auf Interesse – ökologisch wie ökonomisch. «Wir gewinnen Solarstrom und erhalten etwas dafür», sagt Vereinspräsident Reto Knos. Für den Verein sei dies Publicity, im Sinne von «Tue Gutes und sprich darüber.»

Die IBAarau schloss mit dem Kavallerieverein einen 25-jährigen Vertrag für die geplante Photovoltaikanlage ab. Die IBAarau entschädigt den Verein jährlich für die Dachmiete, die sich auf die Anzahl der Quadratmeter berechnet. Die Vertragsdauer werde bewusst auf 25 Jahre angesetzt, sagt Harisberger. Solange könne man eine Anlage betreiben, bis man sie abschreiben müsse.

Die geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach der Reithalle wird die grösste im Versorgungsgebiet der IBAarau sein: 1640 Quadratmeter sollen mit Solarpanels ausgerüstet werden. Damit würden, so Harisberger, jährlich 238 000 Kilowattstunden Solarstrom produziert – Strom genug für 53 Haushaltungen. Der Solarstrom wird direkt ins Netz der IBAarau gespiessen und von dort an die Verbraucher verkauft. Gerade 120 Kunden beziehen Solarstrom, sagt Walter Harisberger.

Der Bau der Anlage kostet die IBAarau rund 750 000 Franken. Wird sie realisiert – das Baugesuch liegt bis 8. Dezember auf der Verwaltung Holziken auf – soll bereits ab nächsten März Solarstrom vom Reithallendach gewonnen werden. Bezieht der Kavallerieverein künftig ebenfalls Solarstrom von seinem eigenen Dach? «Das schliessen wir nicht aus», sagt Reto Knos. Für unsere Anlage brauchen wir viel Strom.»

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