Man könnte sagen, das Mini-Königreich Noseland, welches am Rande von Schöftland Richtung Schlossrued liegt, erfülle seine Aufnahmepflicht für Asylbewerber. Zwar ist es keine Flüchtlingsfamilie, welcher der Kunst-Staat von Bruno Schlatter Unterschlupf bietet, sondern ein Kunstwerk. Die «Hüttenkunst» von Klaus Büsen stand ein halbes Jahr lang in Berlin, der Künstler betrieb in dem Häuschen eine Bar und veranstaltete Kulturanlässe. Als die Standmiete erhöht wurde, musste Büsen das Projekt aufgeben, die Hüttenkunst fand 2010 ihren Weg nach Noseland.

Nach Sturm nun wieder saniert

Der letzte Sturm aber zerstörte das Kunstwerk und Schlatter lud Klaus Büsen zur Renovation in die Schweiz ein. Innerhalb der letzten Woche haben die beiden nicht nur die Hütte wieder aufgestellt, sie haben auch beinahe Tag und Nacht an neuen Kunstwerken gearbeitet. Entstanden sind Gemeinschaftsobjekte, Bilder, Collagen, Installationen, die nun in der neuen Galerie von Bruno Schlatter an der Ruederstrasse in Schöftland ausgestellt sind.

Keine Absprache vor dem Beginn

Abwechslungsweise haben die Künstler an den Werken gearbeitet. «Alles entstand auf der Basis von Intuition, wir haben erst nach der Fertigstellung über die Objekte diskutiert», erklärte Schlatter. Klaus Büsen meinte: «Man muss auch gegeneinander wirken.» Er sei aber sehr zufrieden mit den Arbeiten. «Es gibt keine einzige, die ich nicht vertreten könnte.»

Am Samstagabend fand die Vernissage statt. Neben den neu geschaffenen Bildern konnten die Besucher auch vertonte Fotos der Hüttenkunst geniessen und der Klangkünstler Jean-Claude Horlacher alias Eisentanz spielte musikalische Collagen, für welche er Alltagsgegenstände wie eine Cornflakes-Büchse oder Unterlagscheiben verwendete.

Die Ausstellung besteht bis zu den Sommerferien und kann auf Anfrage besucht werden.