Reinach

Die Hälfte der Arbeiten ist geschafft – und die Ente darf im Klärbecken bleiben

Auf dem zugekauften Landstück wurde in den vergangenen Monaten neben der bestehenden ARA eine komplett neue Reinigungsstrasse gebaut

Auf dem zugekauften Landstück wurde in den vergangenen Monaten neben der bestehenden ARA eine komplett neue Reinigungsstrasse gebaut

Die neue Klärstrasse neben der bestehenden Abwasserreinigungsanlage (ARA) ist in Betrieb. Die moderne Anlage vermag das Abwasser von gut 35 000 Einwohnern plus diversen Gewerbebetrieben zu klären. Jetzt gehts an die Sanierung der alten Becken.

Die Ente kann bleiben. Zwar war das gefiederte Tierchen, das seit geraumer Zeit im alten Nachklärbecken eine Heimat gefunden hat, an der Einweihung der neuen, millionenteuren Reinigungsstrasse der Kläranlage Reinach wörtlich eine Randfigur – sein Schicksal sorgte dennoch für Gesprächsstoff. Zumal jetzt, nach Beendigung des Neubaus, die Sanierung der alten Anlagen nebenan bevorsteht.
Monatelang wurde auf dem zugekauften Grundstück angrenzend an die bestehende Abwasserreinigungsanlage (ARA) Reinach gebaut: Eine vollständig neue Reinigungsstrasse mit mechanischer und biologischer Reinigung sowie Sandfilter wurde erstellt.

Statt die bestehenden Faultürme zu sanieren, wird nun ein neuer gebaut.

Statt die bestehenden Faultürme zu sanieren, wird nun ein neuer gebaut.


Damit ist die Hälfte geschafft. Die moderne Anlage vermag das Abwasser von gut 35 000 Einwohnern plus diversen Gewerbebetrieben zu klären. «Wenn dann auch die Sanierung der alten Becken abgeschlossen und alles zusammen in Betrieb ist, wird die Reinacher ARA knapp das Doppelte schaffen», erklärte Joe Eugster, Präsident des Abwasserverbands Oberwynental, am Mittwochabend. Vertreter der sechs Verbandsgemeinden und vom Kanton liessen sich im Rahmen einer offiziellen Inbetriebnahme die neuen Installationen zeigen.


Vorhaben ist auf gutem Weg


Das rund 31 Millionen Franken teure Sanierungs- und Ausbauprojekt sei «auf Kurs», wie Christian Gerber, Geschäftsführer der EWS Energie AG und des Abwasserverbands sagte. Von einer Ziellandung traue er sich noch nicht zu sprechen, da der zweite Bauabschnitt erst bevorstehe. «Bei einer Sanierung weiss man nie, was noch alles auftaucht», so Gerber. Das Vorhaben sei aber sicher auf gutem Weg. Mitte 2017 sollte die gesamte Erweiterung samt neuen Betriebsgebäuden, Labors und der Anlage zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen abgeschlossen sein.

Das alte, runde Nachklärbecken bleibt bestehen – es wird zum Ententeich.

Das alte, runde Nachklärbecken bleibt bestehen – es wird zum Ententeich.


Neuer Faulturm statt Sanierung


Das Neubauprojekt hat diverse Änderungen erfahren. So entschied man sich, das anfallende Biogas nicht mehr in einem Blockheizkraftwerk selber zu verwerten, sondern das Klärgas in die neue Erdgasleitung der Wynagas AG einzuspeisen. Die Aufbereitungsanlage, die Zusammen mit der IBA Aarau und der Wynagas AG gebaut wurde, ging im Juni des vergangenen Jahres in Betrieb. Ebenfalls verzichten will der Verband auf die Sanierung der beiden bestehenden Faultürme. «Der Aufwand für die Sanierung hat sich als viel zu hoch erwiesen», so Joe Eugster. Man habe sich deswegen für den Neubau eines einzigen Faulturms entschieden.
Jetzt, da die neue Reinigungsstrasse die Arbeit aufgenommen hat, steht die Sanierung der alten Becken an. Nicht mehr benötigte Installationen werden zurückgebaut und die frei werdenden Flächen renaturiert. Das runde Nachklärbecken soll als Erinnerung an die alte ARA – und nicht zuletzt als Daheim für die hauseigene Ente und andere gefiederte Gäste – erhalten bleiben. Allerdings wird die Ente während der Umbauphase ausziehen müssen, ein vorübergehendes Daheim wird noch gesucht.

Autor

Rahel Pluess

Rahel Pluess

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