Die zwei Pflegefachfrauen in Ausbildung, Astrid Schwendener, 22, und Jeannine Wilhelm, 19, beide aus Oberkulm, unterstützen das Hilfswerk von Bruno und Margrit Wicki in Tansania. Die beiden Frauen wissen, wofür und wovon sie reden, die beiden arbeiteten und lebten ein halbes Jahr in dem afrikanischen Dorf Mpanga. Das Dorf, in dem Wickis ihr Projekt lanciert haben, liegt eine Tagreise von der Stadt Daressalam entfernt im Landesinnern.

«Mpanga ist kleiner als Oberkulm, das nächste grössere Dorf mit Läden ist vier Stunden Fussmarsch entfernt», schildert Astrid Schwendener die Situation. «Wir tauchten in eine ganz andere Welt ein», sagt Jeannine Wilhelm, «Kaum Technik, bescheidene Wohnhäuser, elektrischer Strom ab Generator oder Sonnenpannel – aber nicht rund um die Uhr.» Nicht nur eine andere Welt, auch eine andere Sprache. Englisch spreche kaum jemand, erzählen die beiden. «Da blieb uns nichts anderes, als uns mit Kishuahili zu beschäftigen.» Nach rund drei Monaten konnten sich die beiden mit den Einheimischen verständigen, «wir konnten uns durchschlagen».

Wickis Agrar- und Reisprojekt

Das Teufenthaler Ehepaar Bruno und Margrit Wicki hat vor sieben Jahren in besagtem afrikanischem Dorf die KCY Mpanga Co. Ltd. gegründet, die Kilimo cha Ysu oder zu Deutsch die Jesus-Farm. Wickis Projekt hat zum Ziel, der einheimischen Bevölkerung Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten und die landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen. Dies alles in Verbindung mit christlichen Werten. «Wickis missionieren nicht, sondern sie leben ihre Haltung vor», sagen
Astrid und Jeannine.

In der Praxis bietet Wickis Farm den einheimischen Bauern Traktoren mit Fahrer zum Pflügen und Eggen ihrer Äcker an. In einem eigens gebauten Lagerhaus können die Ein-
heimischen ihre Reisernte vorerst einmal einlagern. «Denn der Preis steigt etwa sechs Monate nach der Ernte bis auf Doppelte», sagt Astrid. Wicki organisiere dann den Verkauf des Reises.

Die beiden jungen Frauen haben während ihres Aufenthalts nicht in der Landwirtschaft oder in der Werkstätte gearbeitet, sondern sie unterstützten Margrit Wicki – sie selber Krankenschwester – bei der ambulanten Pflege von grossen und kleinen Patienten auf der Krankenstation.

Margrit Wicki hat ein «kleines Spital» aufgebaut und behandelt Wunden, Infektionen und weitere Krankheiten. Ein Spital ist von Mpanga aus nicht einfach zu erreichen. Auf der Krankenstation arbeiten auch zwei afrikanischeKrankenschwestern mit.

Die Ernährung der Bevölkerung sei sehr einseitig, erzählen die beiden Frauen, und häufig trete vor allem bei Kindern die Malaria auf. Die Kindersterblichkeit sei in diesem Gebiet hoch, die Menschen hätten jedoch einen andern Umgang mit Krankheiten, sie haben ein anderes Verständnis von Krankheit und Tod.»

Beeindruckt hat die beiden Frauen, dass die direkte Hilfe vor Ort sehr gut ankommt. Noch sei zwar das Fernziel «Die Einrichtungen funktionieren ohne Wickis» nicht erreicht, aber viel sei schon geschehen. Bei dieser Art Hilfswerk erreiche effektiv jeder Spendenfranken, jeder gespendete Gegenstand sein Ziel, erklärt Jeannine Wilhelm, «nichts versickert auf korrupten Wegen».

Werkzeug, Kleider und vieles mehr

Gegenwärtig halten sich Wickis in der Schweiz auf und sind daran, unter anderem einen Container mit Sammelgegenständen zu beladen. Gesucht und gebraucht werden Werkzeuge, Kleider, auch Nähmaschinen wären willkommen. Allerdings nur alte Modelle mit Tretantrieb. Unterstützt werden sie dabei von ihren zwei Praktikantinnen.

Für Astrid und Jeannine waren der Aufenthalt in Afrika und die Mitarbeit auf der Krankenstation eine echte Bereicherung. «Mpanga lässt uns nicht mehr los, unser Herz schlägt für Tansania», sagen die beiden. Man lerne das Leben zu Hause ganz anders schätzen, schaue vieles mit anderen Augen an. «Wir würden auf jeden Fall sofort wieder hinfahren.»

Informationen, Berichte und Bilder zum Reisprojekt von Bruno und Margrit Wicki in Tansania. www.mpanga.ch