Holziken

Die Gmeind entscheidet: Schlägt die Schulhaus-Glocke bald zum letzten Mal?

Die Gmeind entscheidet über den nächtlichen Glockenschlag im Alten Schulhaus.

Die Gmeind entscheidet über den nächtlichen Glockenschlag im Alten Schulhaus.

In Holziken debattiert die Gemeindeversammlung auf Druck der Bevölkerung über den nächtlichen Glockenschlag im Türmchen auf dem Alten Schulhaus.

Wenn am Montag in Holziken um 19.30 Uhr die Gemeindeversammlung beginnt, hat die Glocke im Türmchen auf dem Alten Schulhaus gerade zwei Mal geschlagen. Seit Menschengedenken ist sie rund um die Uhr alle Viertelstunden zu hören. Und zur vollen Stunden schlägt sie zusätzlich die Anzahl Stunden. Auch die Nacht hindurch.

Doch das will der Gemeinderat ab dem 1. Januar ändern. Angeblich, so wird im Dorf erzählt, auf Druck von Investoren, die aktuell neben dem Schulhaus eine Wohnüberbauung errichten lassen. Der Gemeinderat möchte – was die Glocken betrifft – zwischen 23 und 6 Uhr eine neue Nachtruhe. Das kann er im Prinzip in eigener Kompetenz beschliessen.

Doch nachdem sein Ansinnen bekannt geworden war, gabs einen Aufschrei. Die SVP lancierte eine Petition und sammelte über 250 Unterschriften. Der Gemeinderat entschied, den Glockenschlag der Gemeindeversammlung zu unterbreiten. Unter dem Traktandum «Verschiedenes». Der Rat bleibt bei seinem Nachtruhe-Antrag, wird aber den Entscheid der Konsultativabstimmung übernehmen.

Höhere Steuereinnahmen dank Bauboom

Als einziges ordentliche Sachgeschäft ist an der Gemeindeversammlung vom 25. November das Budget traktandiert. Das Diskussionspotenzial hält sich hier in Grenzen, der Gemeinderat beantragt Beibehaltung des Steuerfusses von 106 Prozent. Dank des Baubooms steigt die Einwohnerzahl – und damit auch die Steuereinnahmen.

Die Gemeinde kann das Aufwandwachstum von 2 Prozent verkraften. Budgetiert ist bei einem Ertrag von 5,46 Millionen Franken ein Überschuss von 10200 Franken. «Auf der Aufwandseite ist in erster Linie mit Mehrausgaben im Gesundheits- und Sozialbereich zu rechnen. So steigen die Ausgaben für die Pflegefinanzierung aufgrund höherer Patientenzahlen in Alters- und Pflegeheimen um rund 70000 Fr. gegenüber dem Vorjahresbudget an», schreibt der Gemeinderat.

«Im Sozialbereich setzen sich die Mehrausgaben von rund 50 000 Fr. aus verschiedenen kleineren, vonseiten der Gemeinde nicht oder kaum beeinflussbaren Budgetposten zusammen.»

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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