Uerkheim

Die Gemeinde zeigt, wie ein Kampf um eine Handy-Antenne vorbildlich geführt wird

Die Swisscom will auf dem Schulhaus Hübeli (hinten über der Turnhalle) eine Handy-Antenne bauen.

Die Swisscom will auf dem Schulhaus Hübeli (hinten über der Turnhalle) eine Handy-Antenne bauen.

Die Gemeindeversammlung wird geheim über einen Antennen-Bau auf dem Schulhaus entscheiden.

Uerkheim (1338 Einwohner) gehört zu den wenigen, meist kleinen und ländlichen Gemeinden, in denen der Handyempfang noch schlecht ist. Und Uerkheim gehört zu den Dörfern, in denen es eine für Strahlenfragen hoch sensibilisierte Bevölkerungsgruppe gibt.

Der Gemeinderat spricht denn auch im Zusammenhang mit der Schaffung der ersten richtigen Handy-Antenne von «einem sehr emotionalen Thema». Er stellt – was sehr aussergewöhnlich ist – für die Gemeindeversammlung vom 25. November schon jetzt den Antrag auf geheime Abstimmung. Das hat seinen Grund: Die Handy-Antenne war schon zwei Mal Thema an einer Gmeind: Im Mai unterlagen die Gegner nur ganz knapp (24 zu 25 Stimmen). Der Gemeinderat stellte deshalb in Aussicht, das Geschäft als ordentliches Traktandum an eine Gemeindeversammlung zu bringen, was jetzt passiert.

Schulhaus Hübeli als bestgeeigneter Standort

Die Erläuterungen des Geschäftes sind vorbildlich: Der Gemeinderat zeigt sogar im Voraus auf, wie das Referendum zu ergreifen wäre. Und er hat für den 13. November eine Informationsveranstaltung mit einer – auch das ist aussergewöhnlich – externen Moderatorin (Danièle Zatti, Aarau) angesetzt. Parallel zu den Gemeindeversammlungsvorbereitungen wird das Baugesuch für eine Swisscom-Antenne aufliegen.

Die Ausgangslage: «Einzelne Gebiete unserer Gemeinde Richtung Hinterwil verfügen immer noch über einen schwachen oder gar keinen Mobilfunkempfang», schreibt der Gemeinderat. «Die Swisscom möchte gerne die Leistung für ihre Kunden verbessern.» Das Schulhaus Hübeli habe sich aus funktechnischer Sicht als bestgeeigneten Standort herausgestellt. Die Swisscom will deshalb für die Installation einer Handy-Antenne auf dem gemeindeeigenen Gebäude einen Vertrag abschliessen.

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass diese Mobilfunkantenne «für eine zeitgemässe Mobilfunkversorgung unserer Gemeinde notwendig ist». Er beantragt Zustimmung zum Antennenstandort auf dem Schulhaus Hübeli.

Steuerfuss soll von 125 auf 122 Prozent sinken

Neben zwei problemlosen Kreditabrechnungen ist das Budget 2020 ein weiteres wichtiges Geschäft an der Gemeindeversammlung. Beantragt ist eine Steuerfussreduktion um 3 auf 122 Prozent. Und das, obwohl die Einnahmen aus dem kantonalen Finanzausgleich massiv zurückgehen werden. Uerkheim befindet sich finanziell auf dem Weg der Gesundung, gehört aber auch 2020 noch zu den Gemeinden mit den höchsten Steuerfüssen in der AZ-Region Aargau West. (uhg)

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