Es schien, als wäre der Verein «Freunde des Dorfmuseums» dem Untergang geweiht: Vier von fünf Vorstandsmitgliedern gaben den Austritt. Nachfolger zu finden stellte sich bei den konstant sinkenden Mitgliederzahlen als äusserst schwierig heraus. Heute sind es von einst 400 noch 280.

So lautete das Traktandum fünf an der 29. Jahresversammlung vom vergangenen Mittwochabend: Auflösung des Vereins. Das war auch der Grund, weshalb sich 33 Personen im Restaurant Sonne in Kölliken einfanden – immerhin stolze 27 mehr als es an der letzten Versammlung gewesen waren. «Wäre das Interesse an unserem Verein bloss immer so gross», sagte Präsidentin Ursula Lienhard, «dann stünden wir jetzt nicht an diesem Punkt.»

Man könne die Aktivität eines Vereins doch nicht an der Teilnehmerzahl der Generalversammlung messen, entgegnete darauf Peter Diem. Und: «Es wäre eine Todsünde, den Verein aufzulösen. Denn das Museum hätte es ohne den Verein gar nie gegeben.»

Darin, dass der Verein nicht aufgelöst werden dürfe, war man sich in der Diskussionsrunde überhaupt grundsätzlich einig. Nur, wer macht weiter? Die Frage blieb vorerst im Raum stehen. «Überall klappen solche Sachen, nur in Kölliken nicht», meldete sich eine weitere Stimme unter den Mitgliedern.

Und: Was denn eine Vereinsauflösung für konkrete Folgen für das Museum hätte, wollte jemand wissen.«Bei Auflösung würde das Vermögen von derzeit 13 000 Franken an die Trägerschaft übergehen», sagte Christoph Haller, Präsident der Museumskommission. Das Museum würde nach einer Auflösung über weniger finanzielle Mittel verfügen, da auch die Mitgliederbeiträge von 15 Franken pro Einzelperson und 20 Franken pro Ehepaar wegfielen. Auch er sei für den Erhalt des Vereins, so Haller.

Der Einzige, der sich gegen das Weiterleben der «Freunde des Dorfmuseums» äusserte, war das abtretende Vorstandsmitglied Peter Schib (Aktuar): «Auch ich fände es schade, wenn es den Zusammenschluss nicht mehr gäbe, aber das wäre wie bei Don Quijote. Es würde etwas weiterleben, das dem Tode geweiht ist», sagte er. Es gab also zwei Möglichkeiten: «Entweder, Ruedi Lüthi, der sich bereit erklärt hat, mitzumachen, rettet den Verein, indem er mit einem neuen Vorstand weitermacht oder wir stimmen über die Auflösung ab», sagte die Präsidentin, die in ihren 12 Amtsjahren an 81 Vorstandssitzungen teilgenommen hat.

Da warens schon vier

Dann ging es plötzlich schnell: «Wer macht noch mit», fragte Ruedi Lüthi. «Ich bin ein Neuzuzüger und würde gerne im Vorstand mitarbeiten», meldete sich Andreas von Gunten. «Ich bin auch dabei», sagte darauf Andrea-Carlo Polesello, ebenfalls Neuzuzüger. Und da warens mit Yvonne Burri (bisher, Beisitz), die als Einzige nicht den Austritt gab, bereits vier Vorstandsmitglieder. Gemäss Statuten sind aber deren fünf notwendig.

Während Kassierin Tatjana Strähl den Kassa- und Revisionsbericht vorstellte, kam der Jubelschrei aus der anderen Ecke des Saals: «Wir haben die fünf Vorstandsmitglieder.» Der Fünfte im Bunde heisst Hugo Vogel und ist gebürtiger Kölliker. Die anwesenden Mitglieder wählten den neuen Vorstand sogleich, bevor es sich jemand hätte anders überlegen können. Das «Feuer im Strohhausdach» ist damit also gelöscht.

Die Freude der Präsidentin

«Als Ruedi Lüthi sagte, er würde mitarbeiten, hatte ich einen kleinen Funken Hoffnung. Aber damit gerechnet, dass wir heute einen neuen Vorstand gründen können, hätte ich ehrlich gesagt nicht», sagte die Präsidentin nach der Versammlung. Natürlich freue auch sie sich sehr über den Lauf der Dinge.

Wer der neue Präsident wird und welches Amt von wem besetzt wird, ist noch unklar. Anfang März wird eine Übergabesitzung stattfinden.