Wynetal
Die Fronten auf dem Teufenthaler Injecta-Areal sind verhärtet

Mit dem Niedergang der Injecta wechselte auch der Eigentümer der ehemaligen Mitarbeiterkantine. Das heutige Jugendkulturhaus wurde von der Firma Humbel Kommunikation&Art übernommen.

Sebastian Wendel
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Injecta

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Aargauer Zeitung

Ende 2012 läuft deren Mietvertrag mit dem Verein Regionale Jugendarbeit Wynental aus. Firmeninhaber Kurt Humbel ist froh, dass sich das Verhältnis dem Ende zuneigt. «Wir wollen in Zukunft selber bestimmen, wer im Jugendkulturhaus ein- und ausgeht», sagt Humbel.

Durch die unzähligen Untervermietungen sei es immer wieder zu Sachbeschädigungen, grossen Lärmemissionen und einmal sogar zu einem Polizeieinsatz wegen einer Schlägerei gekommen. «Zudem orientierte der Verein uns nicht vollständig über die Drittbenutzungen.» Humbel will ab 2013 mit seiner Firma in das Jugendkulturhaus einziehen und den grossen Saal nur noch für einmalige Anlässe vermieten. «Momentan arbeiten und wohnen wir in den gleichen Räumlichkeiten. Meine Frau braucht mehr Platz für ihr Keramikatelier.»

Wie geht es weiter?

2009 hat die Humbel Kommunikation & Art das Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Injecta erworben. Den Mietvertrag, den bis dahin die Injecta mit dem Verein Regionale Jugendarbeit Wynental führte, übernahm man vollumfänglich. «Wir haben uns aber etwas anderes vorgestellt als die jetzigen Zustände», sagt Kurt Humbel. Er habe sich vom Mieter erhofft, dass er mehr eigene Anlässe durchführe, anstatt das Haus so oft an Dritte weiterzugeben. «2010 führte der Verein nur sieben eigene Events durch, die restliche Belegung erfolgte durch Dritte», sagt Humbel. Auch würde das Haus zu oft leer stehen.

Der Teufenthaler will über die jetzigen Mieter nicht nur schimpfen. «Es gab auch positive Seiten der Zusammenarbeit. Aber dass ich zum Beispiel erst ein sehr giftiges Mail an den Rechnungsführer des Jugendkulturhauses senden musste, damit er mir die Abrechnung der Untervermietungen zukommen lässt, hat mich schon geärgert.» Ob Humbel im Haus weiter kulturelle Anlässe durchführen wird, sei noch nicht klar. «Das hängt davon ab, ob auf dem Injecta-Parkplatz die Recycling-Deponie entsteht. Wenn ja, fallen Parkplätze weg, und es entsteht neuer Lärm», sagt er.

«Mit Injecta wars einfacher»

Ruedi Haller, der als Jugendarbeiter zusammen mit Vanessa Soland das Jugendkulturhaus leitet, findet es schade, dass es so weit kommen musste. Er hält den Vorwürfen von Kurt Humbel entgegen: «Wir führen jeden Monat einen eigenen Event durch.» Zu den Lärmbelästigungen meint er: «Rund um ein Haus, in dem sich junge Menschen aufhalten, gibt es nun mal Lärm. Die Humbels wollen vielmehr ein Kulturzentrum als einen Treffpunkt für den Nachwuchs.» Haller betont, dass die Zusammenarbeit mit dem früheren Vermieter einfacher war. «Mit der Injecta hatten wir nie etwas zu tun. Wir konnten tun und lassen, was wir wollten.»

Momentan erarbeitet der Verein Regionale Jugendarbeit Wynental, den elf Gemeinden tragen, zwei Konzepte für die Zukunft. «Entweder wir finden ein neues Haus oder führen die Jugendarbeit ohne festen Standort weiter», sagt Ruedi Haller.

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